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Künftige Archäologen werden uns als Hühnermenschen bezeichnen

Künftige Archäologen werden uns als Hühnermenschen bezeichnen
Gibt es einen Marker für das Erdzeitalter des Anthropozän? Ja, sagen britische Forscher, es ist das Supermarkthuhn, das sich deutlich von seinen Vorfahren unterscheidet.
Symbolbild
GUT DURCHGEBRATEN Eigentlich leben wir in der erdgeschichtlichen Epoche des Holozän - im Nacheiszeitalter. Doch es gibt Forscher, die es in Anthropozän umtaufen wollen - ins Zeitalter des Menschen. Begründung: Der Mensch hat die Erde in den letzten 12.000 Jahren stärker verändert als die Natur.
Bislang hält sich die Begeisterung der Forscher über diesen Vorschlag in Grenzen. Vielen Experten fehlt ein eindeutiger Marker, an dem sich das Zeitalter des Anthropozän festzurren lässt. Doch nun haben britische Wissenschaftler einen ungewöhnlichen Vorschlag gemacht. Sie sagen: Wir leben im Zeitalter des Huhns.

Hühner sind eine Morphospezies

Dr. Carys Bennett von der Universität Leicester und seine Kollegen sind der Meinung, dass das Huhn ein perfektes Beispiel dafür ist, wie der Mensch die Natur verändert hat. Aus einem frei lebenden Wildtier ist ein Nahrungsmittel geworden, das nur noch sechs Wochen lebt und dann als Brathähnchen endet. Dadurch hat es sich anatomisch und genetisch stark verändert. Das hat der Vergleich mit alten Hühnerfossilien ergeben.
Professor Mark Williams, Paläobiologe und Co-Autor der Studie, sagt: "Die heutigen Hühner sind eine künstlich erzeugte Morphospezies, also die Art von Lebewesen, die Paläontologen auffällt, weil sich die Tiere deutlich von denen der vormenschlichen Ära unterscheiden."
Die britischen Forscher haben heutige Supermarkthühner untersucht und mit Hühnerfossilien verglichen, die bis in die Zeit der Antike zurückreichten. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass sich das Skelett, die Chemie der Knochen und die Gene "radikal" verändert haben.

Guck mal, hier haben Hühnermenschen gelebt

Sollten Archäologen in ein paar tausend Jahren die Sedimentschichten der heutigen Zeit durchforsten, dann werden sie auf Millionen Hühnerknochen stoßen, glauben die Forscher. Wahrscheinlich werden sie uns als Hühnermenschen bezeichnen, weil wir jedes Jahr 23 Milliarden Hühner gegessen haben. Und vor diesem Hintergrund sei das Huhn ein ausgezeichneter Marker, um das Zeitalter des Anthropozän zu definieren.
Was sich zunächst wie eine Pressemitteilung für den 1. April liest, ist also durchaus ernst gemeint. Allerdings könnte der Vorschlag der britischen Forscher zu spät kommen. Denn das Holozän bzw. Anthropozän ist längst vorbei, sagen US-amerikanische Wissenschaftler.

Schon 2030 Temperaturen, die kein Mensch je erlebt hat

Wenn der Klimawandel nicht gestoppt oder zumindest abgebremst wird - und zurzeit sieht es nicht danach aus - dann werden wir schon im Jahr 2030 Temperaturen haben, die noch kein Mensch erlebt hat, sagen Kevin Burke und John Williams von der Universität Wisconsin-Madison.
Das Klima auf der Erde wird dem vor 3 Millionen Jahren gleichen, als noch Australopithecus Lucy durch die heißen und staubtrockenen ostafrikanischen Savannen streifte und am Rhein Giraffen lebten. Und im Jahr 2100 werden wir eine Bullenhitze erreichen, wie sie zur Zeit der Dinosaurier herrschte. Die jährliche Durchschnittstemperatur wird von 15 auf 24 Grad steigen.
Welche Spezies in der Lage sein werden, sich diesem extremen Klimawandel in so kurzer Zeit anzupassen, muss man sehen. Aber die amerikanischen Forschern befürchten, dass es ganz wenige sein könnten. Wir sind also gerade dabei, die Evolution zu resetten.
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In der sibirischen Arktis gab es schon vor 9.000 Jahren ein Handelsnetz

EVOLUTION & MEINUNG

Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.
Albert Einstein

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