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Wilde Landnahmen durch Bauern zerstören die Nazca-Linien
Foto: © Diego Delso, CC BY-SA 4.0 Lizenz

Wilde Landnahmen durch Bauern zerstören die Nazca-Linien

Die berühmten Nazca-Linien in Peru sind in Gefahr. Immer häufiger kommt es zu wilden Landnahmen durch regionale Bauern, die auf dem eigentlich streng geschützten Gelände des Weltkulturerbes Felder anlegen und mit ihren Landmaschinen die kulturhistorisch bedeutenden Geoglyphen zerstören.
Besonders schlimm geht es in der Nähe der Stadt Ica zu, berichtet die peruanische Tageszeitung El Comercio. Dort sollen bereits zwei größere Landflächen von "Invasoren" okkupiert wurden sein. Und die Schäden sind beträchtlich. Mehrere Gruppen von Nazca-Linien und Trapezformen wurden zerstört, heißt es. Außerdem haben die illegalen Bauern eine Steinmauer errichtet - mitten durchs Weltkulturerbe.

Die Behörden scheinen das illegale Treiben zu tolerieren

Was beinahe noch schwerer wiegt: Die regionalen Behörden unternehmen nichts. Sie scheinen das illegale Treiben zu tolerieren. Die Kulturbehörden Perus sind ratlos und entsetzt. Sie wissen nicht, wie sie die wilden Landnahmen unterbinden sollen, um weiteren Vandalismus zu verhindern.
In El Comercio kommt Giuseppe Orefici, der Direktor des Zentrums für präkolumbianische archäologische Studien und des Nazca-Projekts, zu Wort. Er sagt: "Wir sind wirklich überrascht von der Gleichgültigkeit dieser Menschen und der Gleichgültigkeit der Behörden, die das kulturelle Erbe schützen sollen. Wenn sie überhaupt etwas unternehmen, dann erst, wenn die Schäden irreversibel sind."
Giuseppe Orefici fordert, dass die peruanischen Behörden endlich aktiv werden, das Weltkulturerbe besser schützen und jede illegale Landnahme sanktionieren.

Auch Greenpeace zeigt wenig Respekt

Erst im Januar 2018 sorgte ein Vorfall für weltweite Schlagzeilen, als der Fahrer eines schweren Lkw alle Verbotsschilder ignorierte und mit seinen dicken Reifen quer durch drei Geoglyphen fuhr, die dabei beschädigt wurden.
Aber es sind nicht nur peruanische Bauern, die den Nazca-Linien zu schaffen machen. Im Jahr 2014 kamen Greenpeace-Aktivisten auf die "geniale" Idee, im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Lima die Nazca-Linien mit dem Schriftzug "Time for Change! The Future is Renewable" zu dekorieren. Der damalige Greenpeace-Chef Kumi Naidoo musste persönlich nach Peru reisen, um sich öffentlich zu entschuldigen und die Wogen zu glätten.

Alter und Zweck sind bis heute umstritten

Die Nazca-Linien gehören zu den großen Rätseln der Archäologie. Es handelt sich um 1500 riesige Scharrbilder, deren geometrische Formen man nur aus größer Höhe erkennt. Einige sind einfach nur Dreiecke oder Trapeze, andere zeigen Vögel, Affen, Spinnen, Wale und Menschen.
Bis heute ist unklar, wie alt die Nazca-Linien sind. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sie aus der Zeit um 800 v. Chr. stammen. Ebenso unklar ist, welchem Zweck sie dienten. Die Interpretationen reichen von Fußwegen, die zu einer großen Kult- oder Sportstätte führten, bis hin zu einem Landeplatz für außerirdische Besucher.
Da man die Nazca-Geoglyphen nur aus großer Höhe erkennen kann, vermuten Forscher wie der Experimental-Archäologe Jim Woodman, dass die Inkas der Nazca-Kultur bereits Heißluftballons gekannt haben müssen. Im Jahr 1977 baute er einen solchen Paläo-Ballon nach und flog damit über das Weltkulturerbe. Doch die spektakuläre Aktion konnte nur wenige seiner Kollegen überzeugen.
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Steve Jones

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