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Die Fußknochen verraten, wie groß und schwer dieser Neandertaler war

Die Fußknochen verraten, wie groß und schwer dieser Neandertaler war
Die Fußknochen eines Neandertalers, der vor 70.000 Jahren in Frankreich bestattet wurde. Forscher haben berechnet, wie groß und wie schwer dieser Neandertaler war.
Fotomontage: © Pablos et al. / Antropus
ZEIG HER DEINE FÜSSE Fußknochen von Neandertalern sind fossile Raritäten. Umso interessanter ist es, die wenigen, die man bislang gefunden hat, zu analysieren und mit den Füßen früher moderner Menschen und heutiger Menschen zu vergleichen.
Ein internationales Forscherteam (Spanien, Frankreich, USA) hat sich noch einmal die Fußknochen eines etwa 70.000 Jahre alten Neandertalers vorgenommen, den man bereits in den 60er Jahren in der französischen Höhle Le Regourdou entdeckt hat (Regourdou 1).

Die Anatomie unterscheidet sich vom Homo sapiens

Normalerweise bestimmen Paläoanthropologen die Größe und das Gewicht eines Menschen anhand seiner großen Beinknochen (Femur, Tibia). Doch die sind beim Neandertalerfossil Regourdou 1 nur fragmentarisch erhalten. Also haben Studienleiter Adrian Pablos und seine Kollegen die Fußwurzel, die Mittelfußknochen und die Zehenknochen des Neandertalers analysiert, um herauszufinden, wie groß er war und wieviel er wog.
Wie die Forscher im Fachmagazin Journal of Human Evolution berichten, unterscheiden sich die Füße des Neandertalers aus der französischen Dordogne deutlich von den Füßen früher moderner Menschen und auch von denen heutiger Menschen.
Adrian Pablos: "Die meisten dieser vom Homo sapiens abweichenden Merkmale hängen mit der außergewöhnlichen Robustheit des postcranialen Skeletts der Neandertaler zusammen."
Heißt konkret: Stämmige, muskulöse Körper brauchten kräftige Fußknochen, um sicher und schnell laufen zu können.

Dieser Neandertaler war 1,72 Meter groß

Aufgrund der Abmessungen der Fußknochen wagten die Forscher auch eine Schätzung, wie groß und wie schwer der Neandertaler war, den sie untersucht haben. Laut Pablos & Co. handelte es sich wahrscheinlich um einen Mann, der 1,72 Meter groß war und etwa 65 Kilogramm wog - nach heutigen Maßstäben also kein Muskelprotz.
Der Neandertaler aus der Le Regourdou-Höhle gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. Er wurde sehr sorgfältig bestattet und mit einer schweren Steinplatte bedeckt. Anschließend scheint man auf seinem Grab ein Feuer gemacht zu haben.

Pflegten die Neandertaler einen Bärenkult?

Noch rätselhafter: Rund um die Grabstätte hat man einen kleinen Graben entdeckt, in dem sich zahlreiche Knochen und Schädel von Braunbären befanden. Einige Forscher haben daraus die Theorie entwickelt, dass die Neandertaler so etwas wie einen Bärenkult pflegten. Allerdings ist das umstritten.
In den letzten Jahren hat man in der Höhle weitere Knochen gefunden, die möglicherweise von einem zweiten und dritten Individuum stammen. Sollte sich das bestätigen, dann könnte es sich um einen 70.000 Jahre alten Neandertaler-Friedhof handeln.
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