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19.000 Jahre alte Gene entdeckt. Die Iberische Halbinsel als Zufluchtsort

19.000 Jahre alte Gene entdeckt. Die Iberische Halbinsel als Zufluchtsort
Vanessa Villalba-Mouco vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte bei der DNA-Analyse von Menschen, die vor 13.000 - 6000 Jahren in Spanien gelebt haben.
Foto: © Marieke S. van der Loosdrecht
LETZTE FESTUNG IBERISCHE HALBINSEL Die Jäger und Sammler, die in der Zeit vor 19.000 bis 15.000 Jahren in Europa gelebt haben, sind ausgestorben und wurden vor 14.000 Jahren durch eine neue Homo sapiens-Population ersetzt. Das haben bisherige genetische Analysen ergeben. Doch in Spanien und Portugal scheinen diese frühen Europäer überlebt zu haben.
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Vanessa Villalba-Mouco vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena hat die Gene von 300 Menschen untersucht, die in den letzten 13.000 Jahren in Spanien und Portugal gelebt haben. Dabei sind sie auf Genvarianten gestoßen, von denen man eigentlich dachte, dass sie vor 14.000 Jahren ausgestorben sind.

In Spanien haben beide Gen-Linien überlebt

Wie die Forscher im Fachmagazin Current Biology berichten, sind sie in 13.000 bis 6.000 Jahre alten Fossilien von der Iberischen Halbinsel nicht nur auf die "neuen" Gene gestoßen, die sich vor 14.000 Jahren ausbreiteten, sondern auch auf die älteren Gen-Varianten, von denen man dachte, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits in ganz Europa verschwunden waren.
"Die Jäger und Sammler von der Iberischen Halbinsel tragen eine Mischung aus zwei älteren Linien: eine, die auf das letzteiszeitliche Maximum zurückgeht, und eine weitere, die überall in West- und Mitteleuropa zu finden ist ", erklärt Studienleiterin Vanessa Villalba-Mouco.
Oder einfacher formuliert: Die frühen Europäer sind vor 14.000 Jahren nicht überall durch neue Zuwanderer ersetzt worden. In Spanien und Portugal haben einige Populationen überlebt und Spuren im Erbgut späterer Generationen hinterlassen.

Die Iberische Halbinsel als Zufluchtsort

Vanessa Villalba-Mouco und ihre Kollegen kommen zu dem Ergebnis, dass die Iberische Halbinsel durch ihre besondere geografische Lage im Südwesten Europas eine Sonderstellung einnimmt. Das mildere Klima lockte immer wieder menschliche Populationen an, die mit dem Klima im übrigen Europa nicht zurecht kamen oder durch "Zuwanderer" unter Druck gerieten.
"Dies bestätigt die Rolle der Region als Zufluchtsort während des letzteiszeitlichen Maximums, nicht nur für Fauna und Flora, sondern auch für die menschliche Bevölkerung", sagt Wolfgang Haak vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, der an der Studie beteiligt war.
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