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Archiv-Fund: US-Forscher findet 2.000 Jahre altes Tatowier-Gerät

Archiv-Fund: US-Forscher findet 2.000 Jahre altes Tatowier-Gerät
Nahaufnahme eines 2.000 Jahre alten Tätowiergerätes, das Andrew Gillreath-Brown von der George Washington Universität (kl. Foto) in einem Archiv entdeckt hat.
Foto: © Bob Hubner/WSU
STECH MICH SCHÖN Gletschermumie Ötzi war bereits vor 5300 Jahren tätowiert. Das gleiche gilt für Jahrtausende alte Mumien, die man in Chile und Ägypten gefunden hat. Doch wirklich alte Tätowiernadeln und Tätowiergeräte hat man bislang nur wenige entdeckt. Im Westen Nordamerikas zum Beispiel stammen die ältesten Tattoo-Utensilien aus dem 12. Jahrhundert - nach Christus.
Und so staunte Andrew Gillreath-Brown von der amerikanischen Washington State University nicht schlecht, als er in einer vierzig Jahre lang nicht geöffneten Museumskiste ein Tätowiergerät fand, das mindestens 1.000 Jahre älter ist als alle bisherigen Funde aus der Region.

Farbpigmente auf den Kaktus-Spitzen nachgewiesen

Das Tätowiergerät stammt aus dem US-Bundesstaat Utah und wurde von Pueblo-Indianern hergestellt, die man der Basketmaker II Kultur zuordnet. Diese Menschen lebten von 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. im Südwesten Nordamerikas und waren das erste prähistorische Volk in dieser Region, das Häuser baute und Ackerbau betrieb.
Die Tätowiernadel ist knapp 9 Zentimeter lang und besteht aus einem hölzernen Griff, an dessen Spitze sich zwei parallel angeordnete Kaktus-Spitzen befinden. Befestigt wurden die "Tätowier-Nadeln" mit den Blättern einer Yucca-Pflanze.
Dass dieses "Tool" wirklich als Tätowiergerät genutzt wurde, belegen Farbrückstände, die Andrew Gillreath-Brown auf den Tätowierspitzen nachweisen konnte.

Ursprung des Tattoos noch ungeklärt

Wann und wo Menschen damit begonnen haben, sich Tätowierungen in die Haut zu ritzen, ist nicht so ganz klar. Die ältesten Funde (mit noch schlichten geometrischen Mustern) sind etwa 7.000 Jahre alt. Figürliche Darstellungen tauchen vor etwa 5.000 Jahren auf.
Da das Tätowieren zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Regionen belegt ist, gehen die meisten Forscher davon aus, dass sich der schmerzhafte Körperkult bei den verschiedenen Völkern selbstständig und unabhängig voneinander entwickelt hat.
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