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Klein, kleiner, Homo sapiens: Vom Mikro-Tool zum Mikrochip

Klein, kleiner, Homo sapiens: Vom Mikro-Tool zum Mikrochip
Unterschiedlich große Steinwerkzeuge aus verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte. Die Größe spielte eine wichtige Rolle, sagen US-Forscher.
Foto: © Emory University
MINIATURISIERUNG DER TECHNOLOGIE Viele Anthropologen vertreten die Auffassung, dass die Entwicklung von immer besseren Werkzeug-Tools die Evolution vom Affen zum Menschen vorangetrieben hat. Dem stimmen Forscher der Emory University in Atlanta und der Stony Brook Universität in New York grundsätzlich zu. Doch sie bringen eine weitere Komponente ins Spiel: Die Größe der Steinklingen, Faustkeile und Projektilspitzen.
"So wie immer kleinere Transistoren die Telekommunikation in den letzten Jahrzehnten verändert haben - und die Forscher bemühen sich, sie noch weiter zu verkleinern - verspürten schon unsere Steinzeit-Vorfahren den Drang, immer kleinere Werkzeuge herzustellen", sagen Justin Pargeter von der Emory Universität in Atlanta und sein Kollege John Shea von der Stony Brook University in New York.

Der Unterschied zwischen Affen und Hominiden

Justin Pargeter und John Shea haben sich die Entwicklung der menschlichen Werkzeugkultur in den letzten 2,6 Millionen Jahren angeschaut. Und sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Miniaturisierung eine zentrale Tendenz bei der Entwicklung der Hominin-Technologien war.
"Es scheint sich um ein Bedürfnis zu handeln, das den Menschen antreibt", sagt Studienleiter Justin Pargeter. "Was wir tun, ist nichts anderes als Miniaturisierung."
Und John Shea ergänzt: "Wenn andere Affen damals Steinwerkzeuge in die Hand nahmen, dann entschieden sie sich für große Steine und blieben in den Wäldern, in denen sie sich entwickelt hatten. Die Homininen dagegen griffen zu kleinen Werkzeugen, gingen überall hin und machten feindliche Habitate zu ihrem Lebensraum."

Knappe Ressourcen am Ende der Eiszeit

Die Forscher haben drei entscheidende Wendemarken der menschlichen Werkzeugkultur ausgemacht. Die erste gab es vor 2,0 Millionen Jahren, als die ersten Menschen dazu übergingen, ihre Nahrung nicht mehr mit ihren Fingernägeln und Zähnen zu zerkleinern, sondern mit scharfkantigen Steinen.
Einen weiteren Evolutionssprung haben die Forscher vor 100.000 Jahren ausgemacht, als die ersten Hochgeschwindigkeitswaffen wie Pfeil und Bogen erfunden wurden. Für diese Waffen wurden viel kleinere Steinspitzen benötigt als in den Jahrtausenden davor.
Eine dritte Miniaturisierungsphase ereignete sich in der Zeit vor 17.000 Jahren. Damals endete die Eiszeit. Es gab einen rapiden Klimawandel, der Meeresspiegel stieg an und die Bevölkerungsdichte nahm zu. Diese Umwälzungen erforderten einen sparsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Und das galt auch für die Steine und Mineralien, aus denen Werkzeuge und Waffen hergestellt wurden. Die Werkzeug-Tools wurden immer kleiner.

Miniaturisierung ist menschlich

Die zunehmende Miniaturisierung ist ein entscheidendes Merkmal der menschlichen Technologie, sagen Justin Pargeter und John Shea. Wann immer wir etwas Neues erfinden, bemühen wir uns danach, es kleiner zu machen. Das galt schon für unsere frühen Vorfahren und unterscheidet den Menschen vom Affen.
"Kleine Werkzeuge sind die Technologie einer mobilen und sich ausbreitenden Population", sagt Justin Pargeter. "Als der Homo sapiens Afrika verließ, trug er keine sperrigen Handäxte mit sich herum, sondern Bögen und Pfeile und kleine, leicht zu transportierende Steinwerkzeuge."
Die Studie der US-amerikanischen Forscher ist im Fachjournal "Evolutionary Anthropology" erschienen. Sie trägt den Titel: "From Stone Age chips to microchips: How tiny tools may have made us human".
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PALÄO UPDATE
Steinwerkzeuge sagen nicht viel über die Größe einer Population aus

EVOLUTION & MEINUNG

Wir alle sind nur eine weiterentwickelte Art von Affen, auf einem unbedeutenden Planeten eines sehr durchschnittlichen Sterns.
Stephen Hawking

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