Startseite Antropus
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton
HOMO SAPIENS
Button

Fossilien gibt es nur von ein Prozent aller ausgestorbenen Lebensformen

Fossilien
Foto: © Ramuck
Beinahe alles, was die Paläoanthropologen über ausgestorbene Menschenarten und die aufrecht gehenden Hominiden wissen, verdanken sie Fossilien. Doch deren Bestand ist übersichtlicher als eine gut aufgeräumte Damenhandtasche. Und das hat seinen Grund.
Fossilien sind keine alten Knochen, sondern Versteinerungen von Knochen. Und solche Versteinerungen entstehen nur ganz selten. Experten schätzen, dass maximal ein Prozent aller Lebensformen, die in den letzten 500 Millionen Jahren die Erde bevölkert haben, fossil erhalten sind. Ein menschliches Fossil zu finden, entspricht also einem Sechser im Lotto.

Ein Fossil ist ein absoluter Glücksfall

Ein Fossil entsteht nur dann, wenn ein Leichnam kurz nach seinem Tod von einer Sedimentschicht (Schlamm, Wüstensand, Meeresboden) bedeckt wird. Und diese Sedimentschicht muss Mineralien enthalten, die während des Verwesungsprozesses in die Hohlräume eindringen, die das verwesende Skelett hinterlässt. Ein Fossil ist also kein echter Schädel, Knochen oder Zahn, sondern nur eine detailgetreue Kopie aus versteinertem Mineral.
Die Fossilierung ist ein langer, kontinuierlicher Prozess. Und je nach Alter eines Fundes unterscheiden sich die Fossilien erheblich. Junge Funde können noch biologisches Gewebe enthalten. Mittelalte Funde noch Überreste von DNA. Doch bei wirklich alten Funden hat man nur die versteinerten Knochen und Zähne.

Immer die gleichen Fundstätten

Die Wahrscheinlichkeit, auf gut Glück ein menschliches Fossil zu finden, ist gleich null. Deshalb suchen die Paläoanthropologen gezielt dort, wo Sedimentschichten vorhanden sind und schon einmal menschliche Überreste ausgegraben wurden - zum Beispiel in der äthiopischen Afar-Region, in der spanischen Sierra de Atapuerca, im chinesischen Zhoukoudian oder im südafrikansichen Sterkfontein.
Fossilien sind überaus selten. Und so ist das Bild, dass sich die Paläoanthropologen von der Entstehung und Entwicklung des Menschen machen können, unvollständig. Es handelt sich um ein Puzzle, bei dem unzählige Teile fehlen. Und wahrscheinlich wird es niemals gelingen, alle weißen Stellen zu füllen. Der Rest ist Interpretation und Phantasie. Und das führt regelmäßig zu hitzigen Diskussionen.
DNA in Birkenpech beweist: Schweden wurde zweimal besiedelt
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
Wie der Mensch den Klimawandel in Südamerika überlebte
Raubtiere, Gewalt, frühe Geburt. Das Leben in der Steinzeit war hart

EVOLUTION & MEINUNG

Der Nachweis der Evolution ist nach wie vor erstaunlich lückenhaft. Ironischerweise haben wir im Hinblick auf evolutionäre Zwischenstufen heute sogar weniger vorzuweisen als zu Darwins Zeiten.
David M. Raup
PALÄO CLASSICS - 1907
Homo heidelbergensis
Foto: © Zarateman, CC0
War dieser Goliath der Vorfahre von Neandertaler und Homo sapiens?
PALÄO CLASSICS - 2009
Ardipithecus ramidus
Fotomontage: © J. Matternes (1), Public Domain (1)
Ardipithecus ramidus. Der Hominide, der vielleicht gar keiner war
Wie der Mensch den Klimawandel in Südamerika überlebte