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Ein Toter ohne Hände und ein Delphin in einem Menschengrab
Fotos: © Guernsey Archaeology

Ein Toter ohne Hände und ein Delphin in einem Menschengrab

Vor einem Jahr haben Archäologen auf der britischen Kanalinsel Guernsey einen seltsamen Fund gemacht. Sie entdeckten die Überreste eines Delphins, der wie ein Mensch in einem Grab bestattet wurde. Nun haben die Forscher ein weiteres, ähnlich ungewöhnliches Fossil ausgegraben.
Wie britische Medien berichten, sind Phil De Jersey und seine Kollegen von der staatlichen Guernsey Archaeology nur wenige Meter vom Delphin-Grab entfernt auf die fossilen Knochen eines Mannes gestoßen, der ohne seine Hände bestattet wurde. Und nein, wir reden hier nicht über einen Gruselroman.

Ein Toter, dem beide Hände fehlen

Wie alt die Funde sind, ist nicht so ganz klar. Wahrscheinlich stammen die Überreste des Mannes aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Zumindest deuten Reste seiner Kleidung darauf hin. Der beerdigte Delphin könnte aus dem 13. oder 14. Jahrundert stammen, sagen die Forscher. Daher nehmen sie an, dass es trotz der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden Gräber keine direkte Verbindung zwischen den Funden gibt.
Da die Hände des Mannes fehlen, dachten die Archäologen zunächst, es könnte sich um einen Leprakranken handeln. Doch ihre aktuelle Theorie lautet, dass das Skelett von einem ertrunkenen Seemann stammt, der an den Strand von Guernsey angespült wurde. Die Hände wurden wahrscheinlich von Fischen gefressen, sagen die Forscher. Das kommt bei Leichen, die lange durchs Meer treiben, häufig vor.

Rätselhafter Delphin in einem Menschengrab

Weiterhin rätselhaft bleibt der Delphin, der wie ein Mensch bestattet wurde. Das Grab, in dem er lag, ist von einem menschlichen Grab dieser Zeit nicht zu unterscheiden. Und so können die Forscher nur darüber spekulieren, warum ein Delphin so bestattet wurde.
Möglicherweise wurde er gefangen und gesalzen, um ihn später als Nahrung zu nutzen, dann aber vergessen, spekulieren Phil De Jersey und seine Kollegen. Oder Delphine wurden damals als heilige Tiere betrachtet. Allerdings gibt es keinerlei Schriftquellen oder Überlieferungen, die auf einen solchen Ritus hinweisen.
Zumindest haben die Guernsey-Forscher eine konkrete Idee, wer den Mann ohne Hände und den Delphin bestattet haben könnte. Damals haben ganz in der Nähe Mönche gelebt, sagen die Wissenschaftler. Gut möglich, dass sie die beiden Leichen gefunden und christlich bestattet haben. Aber erklärt das den Delphin in einem Menschengrab?
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