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Die Hepatitis-B gab es offenbar schon in der Jungsteinzeit

Die Hepatitis-B gab es offenbar schon in der Jungsteinzeit
Schädel eines Menschen mit Hepatitis-B-Infizierung. Der Mann aus der Jungsteinzeit starb im Alter von 25 bis 30 Jahren.
Quelle: © MPI, Nicole Nicklisch
Schon die Menschen der Jungsteinzeit litten unter der Infektionskrankheit Hepatitis B. Den Nachweis dafür lieferte jetzt ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Universität Kiel. Den Forschern ist es erstmals gelungen, das Genom europäischer Hepatitis-B-Stämme in menschlichen Fossilien aus der Jungsteinzeit nachzuweisen.
Die Wissenschaftler haben DNA-Proben aus den Zähnen von 53 Menschen gewonnen, deren fossile Überreste man in Deutschland gefunden hat. In drei dieser DNA-Proben fanden sie Gen-Sequenzen von Hepatitis-B-Erregern. Und zwei dieser Proben stammen aus der Jungsteinzeit.

Der Erreger breitet sich wieder aus

Das Hepatitis-B-Virus gehört heute zu den am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten auf der Erde. Experten schätzen, dass weltweit etwa 250 bis 300 Millionen Menschen betroffen sind.
In Deutschland galt die Hepatitis B durch Impfungen beinahe als ausgerottet. Im Jahr 2012 meldete das Robert Koch Institut nur noch 675 Fälle. Doch seit dem Jahr 2015 hat sich die Zahl der Infizierten wieder verdreifacht. Einige Mediziner vermuten, dass es einen Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise gibt. Aber abschließend geklärt ist das noch nicht.

Die Steinzeit-Viren ähneln denen bei heutigen Menschenaffen

Laut Forscherteam gehören die entdeckten Hepatitis-B-Genome aus der Jungsteinzeit zu eigenständigen und inzwischen verschwundenen Linien, die mit den heutigen Hepatitis-B-Stämmen, die den Menschen befallen, nur noch entfernt verwandt sind. Die Viren ähneln allerdings Hepatitis-B-Genomen, die man bei Schimpansen und Gorillas gefunden hat.
Die Forscher spekulieren, dass möglicherweise mehrere Übertragungen zwischen Mensch und Affe stattgefunden haben, wodurch sich mehrere unterschiedliche Hepatitis-B-Stämme entwickelt haben, von denen einige wieder verschwunden sind.
Überraschend war, dass sich die beiden Hepatitis-B-Genome aus der Jungsteinzeit stark ähnelten, obwohl die beiden erkrankten Personen in einem zeitlichen Abstand von 2000 Jahren zueinander gelebt haben. Ganz andere Hepatitis-Viren haben die Forscher bei Menschen aus dem Mittelalter gefunden. Deren Hepatitis-Stämme ähneln bereits denen des heutigen Menschen.
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H. Quadbeck-Seeger

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