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Schon der Homo erectus und die Neandertaler haben Karnickel gejagt

Schon der Homo erectus und die Neandertaler haben Karnickel gejagt
Professor Eugene Morin (Foto) und Dr. Jacqueline Meier haben Fossilien von Kaninchen entdeckt, die offenbar schon vom Homo erectus und von Neandertalern verspeist wurden.
Fotos: © Trend University
FRÜHE FALLENSTELLER Die Paläoanthropologen müssen mal wieder umdenken. Schon der europäische Homo erectus und die Neandertaler haben Kaninchen gejagt und gegessen. Bislang dachte man, dass das nur der frühe moderne Mensch konnte.
Kleintiere zu jagen, ist schwierig. Und der Fleisch-Ertrag ist gering. Doch wie es aussieht, haben schon Menschen, die vor 400.000 Jahren im heutigen Frankreich lebten, solche Tiere gejagt und gegessen. Das gleiche gilt für den Neandertaler, so kanadische und US-amerikanische Forscher.

Kaninchenbraten vor 400.000 Jahren

Professor Dr. Eugene Morin von der kanadischen Trend Universität und Dr. Jacqueline Meier von der Universität North Florida haben an acht europäischen Fundstellen Kaninchen-Fossilien entdeckt, die offenbar von Menschen zerlegt und gegessen wurden. Das belegen Schlacht- und Brandspuren auf den Knochen.
Spektakulär an den Funden ist, dass einige bis zu 400.000 Jahre alt sind. Damit können sie nicht vom modernen Menschen Homo sapiens stammen, der Europa erst vor etwa 40.000 Jahren erreicht hat, sondern die Kaninchen müssen vom späten Homo erectus (heidelbergensis) oder von Neandertalern verspeist worden sein.

Es muss schon Fallen und Schlingen gegeben haben

Die neue Studie stellt den allgemeinen Konsens in Frage, dass die Jagd auf Kleinwild erst in der Altsteinzeit begann und dass die Neandertaler ausschließlich Großwild gejagt haben, um ihren Fleischbedarf zu decken, sagen die Forscher.
Professor Morin: "Große Tiere wie Pferde, Bisons und Rotwild haben wahrscheinlich den größten Teil des Fleischbedarfs gedeckt. Aber wenn diese Tiere nicht verfügbar waren, haben die Menschen auch kleine Tiere wie Kaninchen gejagt."
Da es mit den Waffen der damaligen Zeit extrem schwierig gewesen sein muss, so kleine wendige Tiere zu erlegen, nehmen die Forscher an, dass die Steinzeitjäger bereits primitive Fallen oder Schlingen nutzten, um solche Tiere zu fangen.

Nicht nur der Homo sapiens war ein Kleintierjäger

Bislang deuteten alle archäologischen Funde in Europa darauf hin, dass der aus Afrika eingewanderte Homo sapiens die einzige Menschenart war, die auch Kleintiere jagte - was in Zeiten knapper Nahrungsressourcen ein bedeutender Vorteil gegenüber dem Neandertaler war.
Die neuen Funde rütteln kräftig an dieser Theorie. Wie es aussieht, waren bereits europäische Frühmenschen und die Neandertaler in der Lage, Kaninchen zu jagen. Und die Fossilien aus acht archäologischen Fundstellen belegen, dass sie das auch regelmäßig taten.
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EVOLUTION & MEINUNG

Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht. Aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Ernest Kahane

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