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Was wussten prähistorische Menschen über die Dinosaurier?

Was wussten prähistorische Menschen über die Dinosaurier?
Haben sich archaische Menschen so die Dinosaurier vorgestellt? Wussten sie, was Fossilien sind und dass sie von ausgestorbenen Lebensformen stammen?
Foto: © Helm et al. / Kevin Crause
DER DINO AUF DER HÖHLENWAND Die ungewöhnlichen Lebewesen in alten Mythen und auf Wandmalereien haben möglicherweise einen realen Hintergrund, schreibt Charles Helm von der südafrikanischen Nelson Mandela Universität in einem Beitrag für das Wissenschaftsportal "The Conversation".
Schon frühe Menschen sollen Fossilien gefunden, als ausgestorbene Lebensformen erkannt und sich ausgemalt haben, wie sie ausgesehen haben könnten. Charles Helm ruft seine Kollegen dazu auf, sich mehr mit Geomythologie zu beschäftigen.

Legenden und Felsbilder unserer Vorfahren

Geomythologie? Diesen Begriff hat die US-Forscherin Dorothy Vitaliano in den 70er Jahren geprägt. Sie kam in einem ihrer Bücher zu dem Ergebnis, dass sich in alten Mythen und Legenden viele Hinweise auf Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und andere große Naturereignisse finden lassen und dass man diese Hinweise für die moderne Forschung nutzen kann.
Heute wird der Begriff Geomythologie deutlich weiter gefasst. Man wendet ihn auch auf Legenden und Felszeichnungen an, in denen ausgestorbene oder ungewöhnliche Lebensformen auftauchen.

Zahlreiche Hinweise auf Fossilien

Der südafrikanische Anthropologe Charles Helm glaubt, dass schon frühe Menschenarten wussten, was Fossilien sind - nämlich "bemerkenswerte Kreaturen, die es nicht mehr gibt" - und dass sie Fossilien gesammelt und in ihre kulturellen Traditionen aufgenommen haben.
Als Beispiel nennt er den berühmten Stein von Makapansgat, der einem Gesicht ähnlich sieht und den ein Hominide vor 2,9 Millionen Jahren aufgesammelt und aufbewahrt haben muss. Oder die Felsmalereien in der Mokhali Höhle, die den Fußabdruck eines Dinosauriers zeigen - offenbar inspiriert von versteinerten Dino-Fußspuren, die Forscher im Umfeld der Höhle gefunden haben.
Auch die Felskunst am südafrikanischen Nordkap scheint Hinweise auf prähistorische Zeiten zu enthalten. So zeigen einige Petroglyphen Lebewesen, die säugetierähnlichen Reptilien aus der Perm-Zeit ähneln. Diese Höhlenkunst belegt laut Charles Helm, dass schon archaische Menschen wussten, was Fossilien sind, und dass sie versucht haben, diese Versteinerungen zu deuten.

Man könnte sogar neue Fundorte entdecken

Charles Helm schlägt in seinem Beitrag vor, der Geomythologie mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn sie kann Forschern dabei helfen, neue Fossilenfundorte zu entdecken. Wo Menschen prähistorische Lebensformen in ihre Legenden integriert oder auf Höhlenwände gemalt haben, da muss es entsprechende Fossilien geben, die sie dazu inspiriert haben.
In einer Studie, die Charles Helm zusammen mit seinen Kollegen Julien Benoit und Adrienne Mayore im Fachjournal "Proceedings of the Geologists' Association" veröffentlicht hat, schreiben die Forscher: "Es gibt verschiedene Hinweise darauf, dass schon frühe Menschen ein Bewusstsein für solche Dinge hatten und dass dieses Wissen in ihre Vorstellungen über die Welt eingeflossen ist."
Anzumerken ist noch, dass es durchaus Forscher gibt, die rein gar nichts mit der Geomythologie anfangen können und sie ins Reich der Parawissenschaft verbannen möchten. Sie glauben, dass es sich schlicht und ergreifend um Überinterpretationen ihrer ansonsten hoch geschätzten Kollegen handelt.
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Die größte Tragödie in der Wissenschaft überhaupt ist der Tod einer wunderschönen Hypothese durch die Hand einer hässlichen Tatsache.
Thomas Henry Huxley

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