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Auch bei den Schimpansen gibt es unterschiedliche Werkzeug-Kulturen
Foto: © Sonia Uribe / MPI

Auch bei den Schimpansen gibt es unterschiedliche Werkzeug-Kulturen

Auch Schimpansen nutzen Werkzeuge - Stöcke, Steine, Holzhämmer. Damit fangen sie Ameisen und Termiten, knacken sie Nüsse, töten sie kleinere Tiere. Und wie beim Menschen gibt es unterschiedliche Werkzeugkulturen, die sich von Region zu Region unterscheiden.
Ein Forschungsteam des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Universität Warschau in Polen hat im nördlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) entdeckt, deren Verhaltensweisen sich deutlich von ihren Verwandten in anderen Regionen unterscheiden.

Schimpansen, die ihre Nester auf dem Boden bauen

Wie Hauptautor Thurston C. Hicks und seine Kollegen berichten, nutzten die Kongo-Schimpansen lange Stöcke, um Treiberameisen aufzupicken, kurze Stöcke für Stechameisen und zum Honigsammeln, sowie große stabile Stöcke, um unterirdische Bienennester zu erreichen.
Die Forscher haben auch eine im Vergleich zu anderen Schimpansen-Populationen erweiterte Schlagtechnik beobachtet, die die Kongo-Schimpansen einsetzen, um hartschalige Früchte aufzubrechen, Termitenhügel zu knacken sowie Riesenschnecken und Schildkröten zu töten.
"Außerdem ist es in dieser Region üblich, dass Schimpansen ihre Nester auf dem Boden bauen", ergänzt Thurston C. Hicks. Normalerweise tun sie das auf Bäumen.

Hinweise auf die frühen Vorfahren des Menschen

"Heutzutage scheint es uns, als hätten wir schon alles entdeckt, was es zu entdecken gibt", sagt Ko-Autor Hjalmar Kühl. "Was für eine schöne Überraschung, nun eine neue Schimpansenpopulation mit ihrem interessanten Verhaltensrepertoire beschreiben zu können."
Warum Schimpansen in verschiedenen Regionen Afrikas ganz unterschiedliche Werkzeuge und Schlagtechniken einsetzen, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Ansicht der Forscher lassen sich die Unterschiede nicht allein mit den unterschiedlichen Lebensräumen - im Norden ein Mosaik aus Savanne und tropischem Regenwald, im Süden tropischer Feuchtwald - erklären.
"Diese Verhaltensvielfalt besser zu verstehen, könnte auch bei der Erforschung unserer frühesten homininen Vorfahren und der Entstehung ihrer Traditionen von entscheidender Bedeutung sein", schreiben die Forscher.
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