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Nobelpreisträger Watson verliert all seine akademischen Ehrentitel

Nobelpreisträger Watson verliert all seine akademischen Ehrentitel
Die Intelligenz-Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern sind genetisch bedingt, sagt Nobelpreisträger James Watson. Dafür zahlt er einen hohen Preis.
Foto: © Wikimedia Commens, CC0
POLITISCH UNKORREKT Nobelpreisträger James Watson sind all seine wissenschaftlichen Ehrentitel aberkannt worden. Er hatte im US-Fernsehen öffentlich erklärt, dass die IQ-Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen bei Intelligenztests genetisch bedingt sind. Das berichtet die britische BBC.
Da sich der Molekularbiologe und Entdecker der DNA-Doppelhelix trotz heftiger Kritik weigerte, seine Aussagen zu widerrufen oder zumindest zu modifizieren, entschied sich das Cold Spring Harbor Laboratory, dessen Direktor und Präsident James Watson viele Jahre war, ihm alle Ehrentitel zu entziehen.

Afrikas Elend und die Gene

Im Jahr 2007 hatte es bereits einen ähnlichen "Vorfall" gegeben. James Watson sagte damals in einem Interview mit der Sunday Times, dass er wenig Hoffnung für die Zukunft Afrikas habe, weil alle Hilfsprogramme auf der falschen Prämisse basierten, dass "ihre Intelligenz die gleiche ist wie bei uns - während alle Tests belegen, dass dem nicht so ist."
James Watson ist inzwischen 90 Jahre alt und offenbar der Meinung, dass es gravierende genetische Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern gibt, die sich auch in der Intelligenz niederschlagen - was ihm wenig überraschend als Rassismus ausgelegt wird.

Verwerflich und wissenschaftlich nicht haltbar

Das Cold Spring Harbor Laboratory in New York, an dem James Watson den größten Teil seines Forscherlebens verbracht hat, zog nun die Notbremse und entzog ihm alle Titel, die man ihm in den letzten Jahrzehnten verliehen hatte. In einer Erklärung der renommierten Forschungseinrichtung heißt es: "Dr. Watson's Aussagen sind verwerflich und wissenschaftlich nicht haltbar."
James Watson's Sohn Rufus verteidigte seinen Vater in einem Interview. Er könne verstehen, dass ihn nun viele für "bigott und diskriminierend" halten, aber sein Vater sei kein Rassist. Seine Äußerungen würden lediglich seine "recht enge Interpretation des genetischen Schicksals" repräsentieren.

Intelligenz und Infektionskrankheiten

Fakt ist, dass afrikanische Staaten bei internationalen Intelligenz-Tests extrem schlecht abschneiden. Allerdings ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, woran das liegt. Es gibt zahlreiche Theorien über mögliche Ursachen.
Erst kürzlich wurde eine Studie der Universität New Mexico veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass es möglicherweise an den vielen Infektionskrankheiten (z.B. Malaria) liegt, unter denen Afrikaner in ihrer frühen Kindheit zu leiden haben. Weil diese Krankheiten das Immunsystem enorm belasten, steht in der Wachstumsphase möglicherweise zu wenig Energie für die Hirnentwicklung zur Verfügung.
Nur wenige Forscher - wie James Watson - vertreten die Meinung, dass Afrikaner genetisch bedingt einen niedrigeren IQ haben. Und sollten sie so denken, dann hüten sie sich, das öffentlich zu äußern. Keiner hat Lust, sich anschließend beim Arbeitsamt anzustellen.

Nobelpreismedaille versteigert

Kleine Anekdote zum Schluss. Im Jahr 2014 ließ James Watson seine Nobelpreismedaille bei Christie's in New York versteigern. Nachdem er seine ersten umstrittenen Äußerungen getätigt hatte, wurde er vom Wissenschaftsbetrieb zur Persona non Grata erklärt und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Es war das erste Mal, dass die Medaille eines noch lebenden Nobelpreisträgers versteigert wurde.
Ein russischer Milliardär ersteigerte Watson's Nobelpreismedaille für 4,8 Millionen Dollar - und gab sie ihm anschließend zurück. Der Milliardär erklärte später öffentlich, es sei absolut inakzeptabel, dass einer der herausragenden Forscher des 20. Jahrhunderts zu so einem Schritt gezwungen worden sei.
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