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Das Pappiloma Virus HPV 16 A ist ein "Geschenk" der Neandertaler

Das Pappiloma Virus HPV 16 A ist ein Geschenk der Neandertaler
Europäer und Asiaten haben sich die A-Linie des HPV 16-Virus beim Sex mit dem Neandertaler eingefangen, sagen chinesische und amerikanische Genetiker.
Foto: © Tiia Monto, CC BY-SA 3.0 Lizenz
Genetiker der Universität Hong Kong und des Albert Einstein College of Medicine in den USA haben die Geschichte des Human Pappiloma Virus (HPV) im Erbgut des Menschen zurückverfolgt. Und vieles deutet darauf hin, dass die gefährliche Variante HPV 16 A vor 80.000 Jahren vom Neandertaler auf den Homo sapiens übertragen wurde.
Wie das Forscherteam unter der Leitung von Zigui Chen und Robert Burk im Fachmagazin PLOS Pathogens berichtet, wurde der Mensch erstmals vor 500.000 Jahren mit dem HPV-Virus infiziert. Also zu Zeiten des Homo erectus bzw. Homo heidelbergensis. Doch nachdem sich diese Linie in Neandertaler und Homo sapiens aufgespalten hatte, entwickelten beide Menschenarten unterschiedliche Substämme.

Auffällige Häufung in Europa und Asien

Wie die Forscher herausgefunden haben, sind die verschiedenen Varianten der HPV 16 A-Linie bei heutigen afrikanischen Populationen deutlich unterrepräsentiert, während sie in Europa und Asien weit verbreitet sind. Daher glauben Chen und Burke, dass der HPV-Substamm der Neandertaler in den letzten 80.000 Jahren durch "mehrfache Kreuzungsereignisse" in Europa und Asien auf den Homo sapiens übertragen wurde.
Dies deckt sich nach Ansicht der Forscher mit anderen genetischen Untersuchungen, die bereits nachgewiesen haben, dass Neandertaler und moderner Mensch Sex hatten und gemeinsamen Nachwuchs zeugten. 2 bis 4 Prozent des Erbguts heutiger Europäer und Asiaten stammen vom Neandertaler. Und bei diesen Techtelmechteln wurde offenbar auch die "High-Risk"-Variante HPV 16 A übertragen.

HPV 16 und das Krebsrisiko

Humane Pappilloma Viren werden meist beim Sex übertragen und können schwere Krebserkrankungen auslösen. Als besonders aggressiv gilt die Variante HPV 16. Sie wird verdächtigt, für den Gebärmutterhalskrebs bei Frauen verantwortlich zu sein.
Eine Infektion mit dem HPV Virus bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es zu bösartigen Tumoren kommen muss. In der Regel wird das Immunsystem mit den Viren fertig. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums liegt die Krebsrate bei unter 1 Prozent. Dennoch rät man zu einer Schutzimpfung bei Kindern zwischen 9 und 14 Jahren - also vor dem ersten Sex.

Ein Geschenk der Neandertaler

Sollten Zigui Chen und Robert Burk mit ihrer Studie richtig liegen, dann ist die agressive HPV 16 A-Linie ein "Geschenk" des Neandertalers, das er dem Homo sapiens bei der Vermischung in Europa und Asien hinterlassen hat. Und wahrscheinlich führt HPV 16 A beim modernen Menschen in einigen Fällen zu Krebs, weil sich unser Immunsystem noch nicht vollständig an das Neandertaler-Virus angepasst hat.
Die Afrikaner hatten da mehr Glück. Sie sind dem Neandertaler nie begegnet. Daher ist die Verbreitung von HPV 16 A bei ihnen deutlich niedriger. Und die, die ihn besitzen, können sich bei den Europäern und Asiaten bedanken, die ihn nach Afrika getragen haben.
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