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Die Kambrische Explosion begann viel früher und dauerte länger

Die Kambrische Explosion begann viel früher und dauerte länger
Auch der Opabinia regalis tauchte vor etwa 520 Millionen Jahren auf. Er besaß fünf Augen und einen beeindruckend langen Rüssel.
Grafik: © Nobu Tamura, CC BY-SA 3.0 Lizenz
MEHRERE EXPLOSIÖNCHEN Mehrere Milliarden Jahre lang gab es auf der Erde nur sehr einfache Lebensformen - primitive Zellkolonien, Schwämme, Algen. Doch vor 540 Millionen Jahren änderte sich das. Und zwar schlagartig. In nur 20 Millionen Jahren tauchten Millionen neue Gattungen und Arten auf. Darunter die Vorfahren aller heutigen Tiere.
Man bezeichnet diese Phase der Evolution als Kambrische Explosion. Das Leben blühte plötzlich auf und erreichte eine ungeahnte Artenvielfalt. Und bislang ist vollkommen unklar, warum es dazu kam.
Forscher der Universität Edinburgh haben nun Zweifel angemeldet, dass sich die Kambrische Explosion wirklich in nur 20 Millionen Jahren abgespielt hat. Die Explosion des Lebens soll früher begonnen, länger gedauert und sich in mehreren evolutionären Schüben vollzogen haben.

Evolution der Tiere vollzog sich in Stufen

Professor Rachel Wood und ihre Kollegen haben den Fossilbestand der damaligen Zeit noch einmal neu analysiert. Und sie kommen zu dem Ergebnis, dass die enorme Vergrößerung der Artenvielfalt schon vor 571 Millionen Jahren begann. Damit fällt der Beginn dieser Entwicklung noch ins Erdzeitalter des Ediacariums.
Das, was wir heute als Kambrische Explosion bezeichnen, sei nur einer von mehreren biologischen "Events" gewesen, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Fachmagazin Nature Ecology & Evolution veröffentlicht wurde.
Rachel Wood: "Bislang dachten wir, dass die frühen Tiere nach einem einzigen evolutionären Ereignis aufgetaucht sind. Doch unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich diese Entwicklung in mehreren Stufen abgespielt hat."

Abschied von einem Evolutionsklassiker

Die britischen Forscher vermuten, dass sich die Lebensbedingungen in den Ozeanen in der Zeit vor 570 bis 500 Millionen Jahren mehrmals dramatisch verändert haben. Der Sauerstoffgehalt schwankte enorm und die essentiellen Nährstoffe wurden mal mehr und mal weniger. Die frühen Tiere passten sich dieser Entwicklung an, indem sie ständig neue Arten hervorbrachten.
Sollten die Analysen der britschen Forscher korrekt sein, dann müssen wir uns von einem weiteren Klassiker der Evolutionsbiologie verabschieden. Das tierische Leben ist nicht "explodiert", sondern hat sich über einen längeren Zeitraum entwickelt - so wie es sich für die Evolution gehört. Und die Forscher müssen keine weiteren Theorien mehr darüber aufstellen, warum es zur rätselhaften Kambrischen Explosion kam. Es ist nämlich gar nichts explodiert.
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EVOLUTION & MEINUNG

Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.
Richard Dawkins

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