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Haben Forscher das Graceland der Jungsteinzeit entdeckt?
Foto: © School of Archaeology & Ancient History, University of Leicester

Haben Forscher das Graceland der Jungsteinzeit entdeckt?

Stonehenge ist sicherlich der bekannteste Megalith-Steinkreis der Welt. Doch nur 30 Kilometer von Stonehenge entfernt gibt es noch die drei Steinkreise von Avebury. Der äußere Hauptring ist mit einem Durchmesser von 430 Metern und ursprünglich 98 Megalithen der Größte seiner Art. Doch in einem der beiden inneren Avebury-Steinkreise haben Forscher nun eine überraschende Entdeckung gemacht.
Bis heute rätseln die Archäologen, warum die Menschen der Jungsteinzeit Steinkreise errichtet haben. Warum haben sie all die Plackerei auf sich genommen? Waren es Kultstätten? Himmelsobservatorien? Friedhöfe? Einer der drei Steinkreise von Avebury liefert nun einen Hinweis darauf, wie das alles begonnen haben könnte.

Bodenradar entdeckt eine quadratische Steinformation

Die drei Steinkreise von Avebury sind etwa 4.500 Jahre alt. Es gibt einen großen äußeren Hauptring, der zwei kleinere Steinkreise umschließt. Und im südlichen inneren Ring, der einen Durchmesser von etwa 100 Metern hat, haben Dr. Mark Gillings von der Universität Leicester und seine Kollegen etwas entdeckt, das sie für ein neolithisches Haus halten.
Bei Bodenradar-Untersuchungen sind die Forscher auf mehrere unterirdische Megalithen gestoßen, die in Form eines Quadrats angeordnet sind. Es kann also kein weiterer Steinkreis sein. Die quadratische Form lässt eher auf ein Haus schließen, das einmal im Mittelpunkt dieses Steinkreises stand.

Kultstätte wie Elvis' Graceland?

"Wir glauben, dass es sich um eine der ältesten Strukturen in Avebury handelt", sagen Gillings und seine Kollegen. Und sie vermuten, dass der südliche innere Steinkreis um dieses Haus herum gebaut wurde. Was wiederum darauf schließen lässt, dass dieses Gebäude - und möglicherweise seine Bewohner - für die Briten der Jungsteinzeit eine besondere Bedeutung hatten.
Um das zu veranschaulichen, verweisen die Forscher auf Elvis Presley's Zuhause "Graceland". Früher war es nur ein Haus, sagen Gillings und Co., heute ist es für seine Fans ein Schrein. Hat sich vor 4.500 Jahren etwas ähnliches ereignet? Waren der oder die Bewohner des Hauses so bedeutungsvoll, dass man ihr Haus in eine Kultstätte verwandelt hat?

Nur eine Grabung kann Klarheit bringen

Bislang gibt es nur die Bodenradar-Aufnahmen. Man weiß also nicht, ob es sich wirklich um ein jungsteinzeitliches Haus handelt, noch aus welcher Zeit es stammt. Doch dem wollen die britischen Forscher nun auf den Grund gehen - sofern sie eine Grabungserlaubnis bekommen.
Die Erforschung der Steinkreise von Avebury ist schwierig, denn im 14. Jahrhundert ließ die katholische Kirche viele der Megalithen umwerfen und mit Erde zuschütten, um die "heidnischen Kultstätten der Druiden" verschwinden zu lassen. Und im 17. und 18. Jahrhundert wurden weitere Megalith-Steine vergraben, um Land für den Ackerbau zu gewinnen.
Vor diesem Hintergrund ist es schwierig zu bestimmen, ob die quadratische Steinformation, die die Forscher mit ihrem Bodenradar entdeckt haben, wirklich 4.500 Jahre oder älter ist, oder ob die Megalithe bei den viel späteren "Säuberungsaktionen" so abgelegt wurden. Das wird sich nur durch eine archäologische Grabung klären lassen.
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