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Mensch und Schimpanse haben sich vor 6,6 Millionen Jahren getrennt

Mensch und Schimpanse haben sich vor 6,6 Millionen Jahren getrennt
Die Mutationsraten bei Mensch und Menschenaffe unterscheiden sich deutlich, sagen dänische Genetiker. Mensch und Schimpanse haben sich später getrennt, als man bislang dachte.
Symbolbild
DIE MOLEKULARE UHR TICKT FALSCH Dänische Genetiker der Universität Aarhus haben herausgefunden, dass sich die Mutationsraten von Menschenaffe und Mensch deutlich unterscheiden. Vor allem die Mutationsrate des Menschen ist in den letzten ein bis zwei Millionen Jahren signifikant gesunken.
Sollte das stimmen, dann müssen der Zeitpunkt, wann der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse gelebt hat, und die Aufspaltung von Homo sapiens und Neandertaler in zwei unterschiedliche Menschenarten noch einmal neu berechnet werden.

Die Molekulare Uhr neu justieren

Die dänischen Forscher haben neue Mutationen bei Schimpanse, Gorilla und Orang-Utan entdeckt und ihre Daten mit bereits bestehenden Studien über den Menschen verglichen. Dabei fanden sie heraus, dass beim modernen Menschen deutlich weniger Mutationen pro Jahr auftreten als bei den Menschenaffen.
Das hat Konsequenzen für die sogenannte Molekulare Uhr, mit der Genetiker Zeiträume berechnen, sagen die Forscher. Denn die genetischen Unterschiede zwischen Schimpanse und Mensch haben sich wahrscheinlich in kürzerer Zeit angesammelt, als man bislang dachte.

Sehr unterschiedliche Mutationsraten

Soren Besenbacher von der Universität Aarhus: "In den letzten sechs Jahren sind mehrere große Studien über den Menschen erschienen, so dass wir ziemlich exakt wissen, wieviele neue Mutationen pro Jahr auftreten. Doch bislang gab es keine zuverlässigen Schätzungen für unsere nächsten Verwandten unter den Primaten."
Das haben die dänischen Forscher nun geändert. Und sollten die von ihnen ermittelten Mutationsraten korrekt sein, dann hat die Evolution des Menschen in deutlich kürzeren Zeiträumen stattgefunden, als man bislang dachte.

Unser letzter Affenvorfahre lebte vor 6,6 Millionen Jahren

Rechnet man ausschließlich mit der Mutationsrate des Menschen, dann muss die Aufspaltung von Mensch und Schimpanse in zwei unterschiedliche Spezies vor ungefähr 10 Millionen Jahren stattgefunden haben, sagen die dänischen Genetiker. Berücksichtigt man allerdings die niedrigere Mutationsrate beim Schimpansen, dann fand die Speziation (Bildung neuer Arten) erst vor 6,6 Millionen Jahren statt.
"Die Zeiten der Artenbildung, die wir mit unseren neuen Daten berechnen konnten, passen viel besser zum Fossilbestand", erklärt Mikkel Heide Schierup. Der Sahelanthropus, der älteste aufrecht gehende Hominide, den man bislang entdeckt hat, lebte vor etwa 7 Millionen Jahren.
Last but not least vermuten die dänischen Forscher, dass auch die Aufspaltung des Urmenschen Homo erectus in Homo sapiens und Homo neanderthalensis deutlich später stattfand, als man bislang dachte. Einen genauen Zeitpunkt nennen sie in ihrer Studie allerdings nicht.
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EVOLUTION & MEINUNG

Mir ist bis heute noch kein Problem - wie kompliziert auch immer - begegnet, dass sich nicht durch den richtigen Blickwinkel noch stärker verkomplizieren ließe.
Paul Alderson

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