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Menschliche Schädel lassen sich so preiswert wie Geigen vermessen

Menschliche Schädel lassen sich so preiswert wie Geigen vermessen
Mit einem simplen Messgerät aus dem Instrumentenbau lässt sich auch die Schädeldicke von menschlichen Fossilien zuverlässig bestimmen, sagen spanische Forscher.
Foto: © CENIEH
PREISGÜNSTIG UND MOBIL Die Dicke eines Schädeldachs zu bestimmen, ist für archäologische und paläoanthropologische Studien wichtig. Bislang ist das aufwändig und teuer. Denn wenn ein Schädel vollständig erhalten ist, dann will man ihn natürlich nicht zerbrechen. Also muss er in den Computertomographen.
Forscher der Universität Madrid und des Forschungscentrum CENIEH in Burgos haben nun im Fachmagazin Anthropological Science ein neues Messverfahren vorgeschlagen, dass deutlich billiger als eine Computertomographie ist und auch mobil eingesetzt werden kann.

Zwei Magneten messen die Dicke

Das Forscherteam unter der Leitung von Irene del Olmo hat getestet, ob man das Hacklinger Dickenmessgerät, das Instrumentenbauer zur Bestimmung der Holzdicke von Geigen und Gitarren einsetzen, auch für die Untersuchung von Schädelfossilien genutzt werden kann.
Das Messgerät funktioniert mit zwei Magneten. Einer wird in den Klangkörper eingeführt, der andere wird von außen angebracht. Das Gerät misst dann den Abstand zwischen den zwei Magneten und ermittelt so die Dicke des Holzes. Funktioniert das auch bei Fossilien?

Erfolgreiche Tests mit dreißig menschlichen Schädeln

Wie CENIEH-Forscher Emiliano Bruner und seine Kollegen berichten, klappt das auch mit Schädelfossilien sehr gut. Sie haben die Knochendicke von 30 menschlichen Schädeln an 71 verschiedenen Punkten gemessen und die Ergebnisse anschließend mit einem traditionellen mechanischen Messschieber überprüft.
Ergebnis der Untersuchung: Es gab keine signifikanten Abweichungen. Die magnetische Messmethode aus dem Geigenbau funktioniert auch bei Fossilen sehr zuverlässig.

Preiswert und sehr zuverlässig

"Der magnetische Messschieber ist ein zuverlässiges und effektives Werkzeug zum Messen der Schädeldicke", schreiben die spanischen Forscher in ihrer Studie. "Man kann sie bedenkenlos einsetzen, wenn die endocraniale Oberfläche nicht leicht zugänglich oder eine Untersuchung im Computertomographen zu aufwändig und zu teuer ist."
Das Messgerät aus dem Instrumentenbau hat viele Vorteile, schreiben die Forscher. Es kostet nur wenig Geld (200 - 300 Euro) und ist vor allem mobil einsetzbar. Man kann es zum Beispiel in Museumssammlungen mitnehmen, um dort fossile Schädel zu studieren.
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Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht. Aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Ernest Kahane

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