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Ein Teil des illegalen Elfenbeins stammt von sibirischen Mammuts
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Ein Teil des illegalen Elfenbeins stammt von sibirischen Mammuts

Britische Forscher aus Edingburgh helfen den kambodschanischen Behörden dabei, die Routen des illegalen Handels mit Elefanten-Elfenbein zurückzuverfolgen. Sie führen zum Beispiel DNA-Tests durch, um zu bestimmen, ob das Elfenbein von afrikanischen oder asiatischen Elefanten stammt.
Doch wie die BBC berichtet, haben die Genetiker dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Ein Teil des Elfenbeins, das illegal gehandelt wird, stammt gar nicht aus Afrika oder Asien. Und es stammt auch nicht von Elefanten. Es handelt sich um Stoßzähne von Mammuts.

DNA-Test entlarvt Mammut-Elfenbein

Wie Dr. Alex Ball und seine Kollegen vom Wild Genes Laboratory of the Royal Zoological Society of Scotland berichten, stammen einige der DNA-Proben, die sie illegal gehandeltem Elfenbein entnommen haben, gar nicht von heutigen Elefanten, sondern von Wollhaarmammuts aus Sibirien, die vor 10.000 Jahren ausgestorben sind.
Dr. Ball: "Zu unserer Überraschung haben wir in einem tropischen Land wie Kambodscha Elfenbein von ausgestorbenen Mammuts gefunden. Es muss ursprünglich aus der arktischen Tundra stammen, wo man es aus dem zugefrorenen Boden ausgegraben hat."
Dr. Ball weiter: "Die Händler verkaufen es als Elfenbein von Elefanten. Aber es ist ziemlich einfach, Elefanten- und Mammut-DNA voneinander zu unterscheiden."

Plazebo für Elefanten-Stoßzähne

Der Handel mit Mammut-Elfenbein ist nicht illegal. Da die Tiere vor etwa 10.000 ausgestorben sind, werden sie in keinem Artenschutz-Abkommen erwähnt. Und so graben im russischen Sibirien tausende Menschen im Permafrostboden nach alten Stoßzähnen, um das Elfenbein nach Asien zu verkaufen und damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Vor allem in China werden dafür Spitzenpreise gezahlt.
Seit der Handel mit Elefanten-Elfenbein international geächtet ist und verboten wurde, floriert das Geschäft mit den Mammut-Stoßzähnen. Sie werden als Elefanten-Elfenbein ausgegeben, dem man vor allem in Asien medizinische Heilkräfte zuschreibt.

Ein Verlust für die Paläontologie

Weltweit gibt es nur noch 350.000 Elefanten. Und jedes Jahr werden etwa 8 Prozent von Wilderern getötet, um das Elfenbein ihrer Stoßzähne gewinnbringend zu verkaufen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass zumindest ein Teil des gehandelten Elfenbeins nicht von Elefanten stammt, sondern von Mammuts, die schon vor 10.000 Jahren ausgestorben sind.
Leidtragende des Handels mit Mammut-Elfenbein sind auch die Paläontologen. Denn jeder Stoßzahn, der in Sibirien von Elfenbein-Jägern ausgegraben und zu asiatischen Heilmitteln oder Schmuckstücken verarbeitet wird, ist für die Forschung verloren
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Wir sind, um es einmal so zu formulieren, eigentlich nur die Neandertaler von morgen.
Hoimar von Ditfurth

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