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Fußabdrücke stammen von einer Familie aus der späten Steinzeit
Fotos: © Marco Avanzini, Isabella Salvador

Fußabdrücke stammen von einer Familie aus der späten Steinzeit

Die Basura-Höhle in Italien ist bekannt für Fuß- und Handabdrücke, die Menschen dort vor 14.000 Jahren hinterlassen haben. Doch bislang war unklar, was sie dort gemacht haben, denn eine längere Besiedlung konnte nicht nachgewiesen werden. Italienische, argentinische und südafrikanische Archäologen haben die fossilen Abdrücke noch einmal mit modernster Technik analysiert und konnten der Höhle einige ihrer Geheimnisse entlocken.
Wie Marco Romano von der Universität Witwatersrand und seine Kollegen im Fachmagazin eLive berichten, stammen die Spuren im versteinerten Lehmboden der Höhle von 5 Individuen, die barfuß und wahrscheinlich nur mit einer Fackel bewaffnet die Höhle erkundet haben.

Kinder waren damals aktive Mitglieder einer Gruppe

Zwei dieser Jäger und Sammler waren Erwachsene, einer ein etwa 11-jähriger Teenager, zwei Fußspuren stammen von Kindern im Alter von 3 und 6 Jahren. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Familienverband, so die Forscher.
"Dies belegt, dass in der späten Steinzeit sogar kleine Kinder aktive Mitglieder einer Gruppe waren. Sie waren stets dabei, sogar wenn gefährliches Terrain erkundet wurde", schreiben die Forscher in ihrer Studie.
Dass die Erkundung der Höhle kein Spaziergang war, zeigen Fossilien von Höhlenbären, die man dort gefunden hat. Diese gefährlichen Kolosse konnten 3,5 Meter lang werden und waren für Menschen eine echte Bedrohung.

Keine Beinbekleidung

Um in die zentrale Höhlenkammer zu gelangen, muss man einen flachen Eingangsbereich durchqueren. Dort ist die Steinzeit-Familie auf allen Vieren gekrochen und hat dabei ebenfalls Spuren hinterlassen, so Marco Romano und sein Team. Eine Analyse dieser Spuren hat ergeben, dass die Mitglieder der kleinen Sippe keinerlei Beinbekleidung trugen.
Keine Schuhe, keine Hose, kein wärmendes Fell. Die Italiener der späten Steinzeit bevorzugten offenbar einen luftigen Look - was in einer Höhle, wo die Temperatur nur selten über 10 Grad klettert, nicht ganz ohne ist.

Vielleicht hatten die einfach nur ihren Spaß

Aussagekräftig waren auch mehrere Handabdrücke auf den Höhlenwänden. Bei einigen handelte es sich um schwache Tastspuren, die wahrscheinlich bei der Erkundung der Höhle entstanden sind. Andere waren "intentional", so die Forscher, sie sind durch "soziale oder rituelle Aktivitäten" entstanden.
Woraus diese Aktivitäten bestanden, muss allerdings offen bleiben. "Vielleicht hatten diese Jäger und Sammler einfach nur ihren Spaß", sagt Marco Romano. "Oder sie haben die Umgebung nach Nahrung abgesucht."
Spuren eines Kampfes, die darauf hindeuten, dass die kleine Menschengruppe versucht hat, ein in der Höhle lebendes Tier zu erlegen, haben die Forscher nicht gefunden. Vielleicht war es wirklich nur ein steinzeitlicher Abenteuer-Ausflug.
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Wäre der Mensch wirklich intelligent, dann sähe die Welt besser aus.
Georg Wilhelm Exler

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