Startseite Antropus
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton
SKULL.X - Der Paläo Blog

Fake oder Fossil? Die Fälscher reiben sich schon die Hände

Fake oder Fossil? Die Fälscher reiben sich schon die Hände
Diese Fossilien wurden künstlich hergestellt und sind nur schwer von echten Fossilien zu unterscheiden. Die weltweite Fälscherszene reibt sich bereits die Hände.
Foto: © Nicholas Edwards, Wang Yuan
Wissenschaftlern der Universität Bristol ist es gelungen, künstliche Fossilien herzustellen, die sich von echten Fossilien kaum noch unterscheiden lassen. Damit ist es nun möglich, im Labor mittels Druck (240 Bar) und Hitze (250 Grad) versteinerte Knochen zu produzieren, die so aussehen, als hätten sie mehrere Millionen Jahre unter der Erde gelegen.
Für die Forschung ist das ein Durchbruch, denn die neue Technik ermöglicht es, die Entstehung von Fossilien und die dabei ablaufenden Mechanismen besser zu verstehen. Allerdings dürften sich auch die international operierenden Fälscherringe freuen, die den Fossilienmarkt seit Jahrzehnten mit gefälschten Urzeit-Knochen überschwemmen.

Piltdown-Mensch und Archäoraptor

Dass Fossilien gefälscht werden, ist nicht neu. Schon im Jahr 1912 tauchte in England der Schädel des sogenannten Piltdown-Menschen auf, der das fehlende Bindeglied zwischen Affe und Mensch sein sollte. Und es dauerte bis ins Jahr 1953, bis das Fossil als Fälschung entlarvt wurde.
Dass auch die moderne Wissenschaft nicht vor solchen Fake-Fossilien gefeit ist, belegt der Fall des Archäoraptor, der 1997 einem großen Wissenschaftsmagazin zum Kauf angeboten und von mehreren Experten für echt erklärt wurde. Doch auch dieser Sensationsfund - angeblich das Missing Link zwischen Dinosaurier und Vogel - entpuppte sich als dreiste Fälschung.

Die Fälscher verdienen Millionen

Da Fossilien heute wie Kunstwerke gehandelt werden, hat sich eine weltweite Fälscherszene entwickelt, die laut Spiegel Online zehntausende Mitarbeiter beschäftigt und dreistellige Millionengewinne einfährt. Und die Fälschungen sind inzwischen so gut gemacht, dass nicht nur zahlungskräftige Amateursammler auf sie hereinfallen, sondern auch anerkannte Fachleute. Fossil und Fake sind kaum noch zu unterscheiden.
Die neue Technik des "Fossilienbackens" dürfte dem Geschäft mit gefälschten Fossilien noch einmal einen kräftigen Schub geben. Denn glaubt man Evan Saitta und Jakob Vinther von der Universität Bristol, dann haben sich schon mehrere ihrer Kollegen, denen sie Kostproben ihres Könnens zur Begutachtung geschickt hatten, ernsthaft nach Alter und Fundort der (gefälschten) Fossilien erkundigt.
Wundern sie sich also nicht, wenn in den nächsten Jahren ein paar überaus spektakuläre Fossilien auftauchen. Vielleicht findet man ja Affe X, den letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse. Doch bei jedem neuen Fund werden wir uns nun fragen müssen, ob es sich wirklich um ein echtes Fossil handelt oder um eine Fakeversteinerung, die in einem afrikanischen oder chinesischen Hochdruckofen gebacken wurde.
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
Vielleicht haben die Neandertaler gar nicht in dunklen Höhlen gelebt
Der Paranthropus robustus hatte genetisch schlechte Zähne
Forscher entdecken erste Schädel-Teile eines Denisova-Menschen

EVOLUTION & MEINUNG

Es besteht eine konstante Tendenz allen beseelten Lebens, sich so weit zu vermehren, dass die verfügbare Nahrung nicht ausreicht.
Charles Darwin

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Forscher entdecken erste Schädel-Teile eines Denisova-Menschen
Die helle Haut in Europa und Asien hat sich völlig unabhängig entwickelt
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »