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Enthalten alle Höhlenbilder eine prähistorische Geheimschrift?

Enthalten alle Höhlenbilder eine prähistorische Geheimschrift?
Genevieve von Petzinger hat in hunderten verschiedenen Höhlenbildern aus der Eiszeit 32 geometrische Symbole entdeckt, die offenbar überall auf der Welt bekannt waren.
Foto: © D. v. Petzinger
RÄTSELHAFTE SYMBOLIK Seit 40.000 Jahren fertigt der moderne Mensch Homo sapiens Höhlenzeichnungen an. Sie zeigen Wildpferde, Auerochsen, Mammuts, Vögel und Jagdszenen. Doch daneben findet man auch zahlreiche Kreise, Dreiecke und gezackte Linien, deren Sinn bislang niemand versteht.
Viele Forscher halten diese geometrischen Muster für pure Dekorationen. Achtlos hingemalt, ohne tieferen Sinn. Doch die kanadische Paläoanthropologin Genevieve von Petzinger von der University of Victoria sieht das anders. Sie glaubt, dass es sich um symbolische Zeichen handelt, die eine Bedeutung haben.

32 identische Symbole in fast allen Höhlen

Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat Genevieve von Petzinger 5.000 solcher abstrakten Symbole aus fast 400 Höhlen in Europa gesammelt und analysiert. Und dabei ist sie auf 32 Zeichen gestoßen, die absolut identisch sind und in fast allen Höhlen vorkommen.
Als sich Von Petzinger danach weitere Höhlenmalereien in Afrika, Asien und Amerika anschaute, fand sie erstaunlicherweise die gleichen 32 Symbole. Möglicherweise gehört sogar eine Ritzzeichnung, mit der ein Homo erectus vor 500.000 Jahre eine Muschelschale dekoriert hat, in die gleiche Kategorie.
Die kanadische Forscherin ist inzwischen davon überzeugt, dass es sich dabei um keinen Zufall handeln kann. Sie glaubt, dass diese geometrischen Formen einen tieferen Sinn haben, dass sie für etwas stehen und dass der Homo sapiens sie bereits kannte, als er Afrika verließ und Europa besiedelte.

Die erste symbolische Schrift des Menschen?

Zufällige Kritzeleien oder erste menschliche Symbolik? Genevieve von Petzingers Theorie, die sie in ihrem Buch "The First Signs: Unlocking the mysteries of the world's oldest symbols" zusammengefasst hat, ist umstritten. Viele ihrer Kollegen wollen ihr da nicht folgen.
Aber die kanadische Forscherin bleibt dabei: Diese Zeichen haben symbolischen Charakter. Sonst würde man sie nicht nahezu identisch in Afrika, Europa, Asien und sogar (etwas später) in Amerika finden - und das über einen Zeitraum von mehr als 30.000 Jahren.

Was haben unsere frühen Vorfahren aufgeschrieben?

Die von Genevieve von Petzinger entdeckten Symbole rütteln natürlich an der Theorie, dass die Höhlenmalerei in Europa "erfunden" wurde. Da die 32 geometrischen Muster auch in afrikanischen Höhlen zu finden sind, liegt der Schluss nahe, dass der Homo sapiens dieses Zeichensystem schon kannte, als er Afrika verließ und die anderen Kontinente besiedelte.
Inzwischen gibt es zwei archäologische Funde, die diese These stützen. Australische Forscher haben auf den südostasiatischen Inseln Borneo und Sulawesi Felsbilder entdeckt, die laut Datierung älter sind als die Wandmalereien in der spanischen El Castillo Höhle (40.000 Jahre) und im Abri Castanet in Frankreich (37.000 Jahre). Die Höhlenmalerei ist also nicht in Europa entstanden.
Verfügten die Menschen der Eiszeit schon vor 40.000 über eine einfache symbolische Schrift? Und wenn ja, was haben sie da aufgeschrieben? Das zu enträtseln, wäre mindestens ebenso bedeutungsvoll wie die Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen durch Jean-Francois Champollion im Jahr 1822.
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Wir alle sind nur eine weiterentwickelte Art von Affen, auf einem unbedeutenden Planeten eines sehr durchschnittlichen Sterns.
Stephen Hawking

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