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Forscher entdecken erste Schädel-Teile eines Denisova-Menschen

Forscher entdecken erste Schädel-Teile eines Denisova-Menschen
Bei Ausgrabungen in der Denisova-Höhle sind die ersten Schädelfragmente eines Denisova aufgetaucht. Sie stammen von einem anderen Individuum als die bisherigen Funde.
Foto: © Bence Viola, MPI
ICH WEISS WAS, WAS DU NICHT WEISST Sollte stimmen, was Professor Bence Viola von der Universität Toronto, der auch schon am Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gearbeitet hat, der freien Wissenschaftsjournalistin Nicola Jones "zugesteckt" hat, dann sind die ersten Schädelknochen eines Denisova-Menschen aufgetaucht.
Wie Nicola Jones im US-Magazin "Sapiens" berichtet, haben Bence Viola und seine Kollegen zwei Knochenfragente aus der Denisova-Höhle als hintere Schädelknochen eines Menschen identifiziert. Und eine DNA-Analyse hat ergeben, dass sie nicht von einem Neandertaler oder Homo sapiens stammen, sondern von einem Denisova.

Erste Präsentation Ende März in Cleveland

Die beiden Schädelknochen sind zusammen 8 x 5 Zentimeter groß und stammen von der linken Seite des Scheitelbeins, das die Schädelseitenwand und das Schädeldach miteinander verbindet. Laut Bence Viola sind die beiden Funde zu alt, um sie mittels Radiokarbonmethode zu datieren. Das heißt, sie sind mindestens 50.000 Jahre alt.
Professor Viola und seine Kollegen haben die Knochenfragmente bereits mit ähnlichen Funden von Neandertaler und Homo sapiens verglichen. Allerdings will Viola die Befunde erst öffentlich diskutieren, wenn eine peer-reviewte Studie über die neue Entdeckung erschienen ist.
Wann das sein wird, ist noch unklar. Wie Nicola Jones berichtet, wollen die Forscher ihre Entdeckung erstmals beim Jahrestreffen der American Association of Physical Anthropologists vorstellen, das Ende März 2019 in Cleveland stattfindet.

Vergleich mit Neandertaler und Homo sapiens

Obwohl die Denisovas durch Vermischung genetische Spuren im Erbgut heutiger Menschen und in der DNA des Neandertalers hinterlassen haben, hat man bislang nur einen Fingerknochen, drei Zähne und ein paar Knochensplitter dieser geheimnisvollen Menschenart gefunden.
Auf der anderen Seite gibt es mehrere Fossilien aus Asien, die man bislang keiner Menschenart zuordnen konnte. Einige Forscher glauben, dass sie vom Denisova-Menschen stammen. Ob die neu entdeckten Schädelfragmente typische Denisova-Merkmale enthalten, die dabei helfen können, diese Fossilien als Denisovas zu identifizieren, ist noch unklar. Möglicherweise sind die beiden Schädelstücke dafür zu klein.

Fossilien von einem bislang unbekannten Individuum

Laut Bence Viola stammen die beiden Schädelstücke von einem anderen Indiviuum als die bislang gefundenen Knochen und Zähne. Das hat offenbar die DNA-Analyse ergeben. Die neuen Fossilien könnten also dabei helfen, die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Denisova-Menschen zu klären, die vor 200.000 bis 50.000 Jahren in der südsibirischen Höhle gelebt haben.
Der bislang spektakulärste Knochenfund aus der Denisova-Höhle stammt von einem etwa 13-jährigen Mädchen, das vor 90.000 Jahren gelebt hat und das ein Mischling aus Denisova und Neandertaler war. Schon seit geraumer Zeit hoffen die Forscher, auch Überreste des Vaters oder der Mutter zu finden. Ob das nun gelungen ist, werden wir Ende März erfahren.
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Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht. Aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Ernest Kahane

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