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Fünf der biblischen Schriftrollen sind wahrscheinlich nicht echt

Fünf der biblischen Schriftrollen sind wahrscheinlich nicht echt
Mindestens fünf Schriftrollen vom Toten Meer sind nicht echt, sagt das Museum of the Bible in Washington. Die biblischen Artefakte sind wahrscheinlich Fälschungen.
Quelle: © Museum of the Bible
Das "Museum of the Bible" in Washington hat 16 Schriftrollen vom Toten Meer (auch bekannt als Qumranschriften) aus seinem Bestand genommen. Bei den 2000 Jahre alten biblischen Texten, die zwischen 1947 und 1956 in elf israelischen Felshöhlen entdeckt wurden, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Fälschungen.
Wie das für 500 Millionen Dollar erbaute und im November 2017 eröffnete US-Museum mitteilt, gibt es inzwischen erhebliche Zweifel an der Echtheit der Exponate. Den Ausschlag, die Schriftrollen nicht mehr zu zeigen, gab eine Untersuchung der deutschen Bundesanstalt für Materialforschung. Die hatte vor 25 Jahren bereits die gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern enttarnt.

Artefakte besser überprüfen

Nachdem bereits zwei vorherige Untersuchungen durch amerikanische Experten Zweifel an der Echtheit der Bibel-Fragmente hatte aufkommen lassen, kamen auch die deutschen Fachleute zu dem Ergebnis, dass die vom Museum angekauften Schriftrollen wahrscheinlich nicht echt sind.
Museums-Kurator Jeffrey Klaha: "Natürlich hatten wir gehofft, ein anderes Ergebnis zu bekommen. Aber wir nehmen das zum Anlass, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie wichtig es ist, die Authentizität seltener biblischer Artefakte wissenschaftlich zu überprüfen."

Sind alle Schriftrollen Fälschungen?

Experten der Bundesanstalt für Materialforschung haben fünf der Schriftrollen mittels 3-D-Digitalmikroskopie, mit einem Rasterelektronenmikroskop und mit speziellen Röntgenaufnahmen untersucht. Außerdem wurde eine Analyse der Tinte und der Sedimentschichten, in denen die Schriftrollen steckten, durchgeführt. Ergebnis: Die Merkmale, die man gefunden hat, passen nicht zur angeblich antiken Herkunft der Artefakte.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob auch die anderen 800 Schriftrollen, die man in den Höhlen am Toten Meer gefunden hat, Fälschungen sind. Glaubt man einer im Oktober 2017 in der Fachzeitschrift "Dead Sea Discoveries" von US-Experten veröffentlichten Studie, dann scheint das durchaus möglich.
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EVOLUTION & MEINUNG

Der Nachweis der Evolution ist nach wie vor erstaunlich lückenhaft. Ironischerweise haben wir im Hinblick auf evolutionäre Zwischenstufen heute sogar weniger vorzuweisen als zu Darwins Zeiten.
David M. Raup

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