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Die letzten Insel-Mammuts sind wahrscheinlich elend verdurstet
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Die letzten Insel-Mammuts sind wahrscheinlich elend verdurstet

Der moderne Mensch Homo sapiens wird ja verdächtigt, die Mammuts ausgerottet zu haben. Er soll sie zu heftig bejagt und dadurch in die ewigen Jagdgründe befördert haben. Man nennt das die Overkill-Hypothese. Doch die letzten Mammuts lebten auf abgelegenen Inseln. Und dort können sie nicht am Menschen zugrunde gegangen sein. Es gab dort keine.
Eine der letzten Inseln, auf denen vor 5.600 Jahren noch Mammuts lebten, ist die St. Pauls Insel vor der Küste Kanadas. Forscher der Pennsylvania State Universität haben untersucht, warum die Mammuts auch dort zugrunde gegangen sind. Und sie kommen zu überraschenden Ergebnissen.

Am Ende gab es kaum noch Trinkwasser

Russell Graham und seine Kollegen glauben, dass die Mammuts - wie so viele Arten vor ihnen - einem Klimawandel zum Opfer gefallen sind. Weil der Meeresspiegel anstieg, wurde die Insel immer kleiner. Trinkwasserquellen füllten sich mit Salzwasser, konnten nicht mehr genutzt werden. Und die letzten vorhandenen Seen trockneten wegen steigender Temperaturen aus. Am Ende starben die Mammuts an Wassermangel.
Die amerikanischen Forscher haben die Sedimentschichten des letzten großen Süßwassersees in der Mitte der St. Pauls Insel untersucht. Dabei fanden sie über die Jahrtausende verteilt Mammut-DNA und Fäkalienpilze. Ein sicherer Beleg dafür, dass der See von Mammuts als Trinkwasserquelle genutzt wurde.
Doch vor 5.600 Jahren reißt diese Beweiskette ab. Sowohl die Mammut-DNA als auch die Pilze tauchen in den Sedimentschichten nicht mehr auf. Dafür entdeckten die Forscher massenhaft Überreste von Krebstieren und Plankton. Nach Ansicht der Wissenschaftler ein deutlicher Hinweis darauf, dass der See immer weniger Trinkwasser enthielt und sich absenkte.

Warnendes Beispiel für den heutigen Klimawandel

Die St. Pauls Mammuts sind ausgestorben, weil ihnen am Ende immer weniger Lebensraum zur Verfügung stand, wo sie Nahrung finden konnten, und weil ihre Trinkwasserquellen ausgetrocknet sind, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Die großen Tiere dehydrierten, wurden krank und verendeten. Das belegt der niedrige Nitrogen-Gehalt in mehreren fossilen Knochen und Zähnen, die die Forscher analysiert haben.
Russell Graham und sein Team glauben, dass das Ende der letzten Mammuts ein warnendes Beispiel dafür ist, was heutige Inselbewohner erwartet, wenn sich die aktuelle Erderwärmung ungebremst fortsetzt.
"Es zeichnet sich ein schreckliches Bild ab", sagt Matthew Wooller von der Universität Alaska, der an der Studie beteiligt war. "Die schwindenden Süßwasserreserven scheinen der rauchende Colt gewesen zu sein, der die Mammuts in eine hoffnungslose Lage getrieben hat. Und das gleiche gilt für die Inselbevölkerungen im 21. Jahrhundert. Die Erderwärmung, der steigende Meeresspiegel und der Rückgang von Süßwasser könnten ihr Ende sein."
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Richard Lewontin

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