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Die helle Haut in Europa und Asien hat sich völlig unabhängig entwickelt

Die helle Haut in Europa und Asien hat sich völlig unabhängig entwickelt
In Lateinamerika findet man viele unterschiedliche Hautfarben. Ein Teil dieser Variationen geht auf das Konto archaischer Gene, die sich bei Europäern und Asiaten unterscheiden.
Symbolbild
HAUTFARBE UND ABSTAMMUNG Genetiker des University College London, die eine Erbgutanalyse mit 6.000 Lateinamerikanern durchgeführt haben, kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Die im Vergleich zu Afrikanern hellere Haut von Europäern und Asiaten hat keinen gemeinsamen Ursprung, sondern hat sich getrennt voneinander entwickelt.
"Bislang dachte man, dass die Pigment-Variationen bei Lateinamerikanern, zum Beispiel die Hautfarbe, daher rühren, dass sie unterschiedlich viele europäische oder afrikanische Vorfahren haben", sagt Dr. Javier Mendoza-Revilla. "Aber unsere Studie zeigt, dass es auch Variationen gibt, die sie von ihren archaischen Vorfahren geerbt haben."

Seit 40.000 Jahren unterschiedliche Hautfarben

Die Forscher haben die Gene von Lateinamerikanern untersucht, zu deren Vorfahren sowohl amerikanische Ureinwohner als auch Europäer und Afrikaner zählen. Dabei sind sie im Gen MFSD12 auf eine Variation gestoßen, die es nur bei den Ureinwohnern Amerikas und bei Asiaten gibt.
Die Forscher vermuten, dass diese Genvariante vor etwa 15.000 bis 20.000 Jahren mit jenen Ostasiaten nach Amerika gelangt ist, die damals die Beringstraße überquert und den amerikanischen Kontinent besiedelt haben. Außerdem haben sie festgestellt, dass sich die asiatische Variante von MFSD12 schon vor 40.000 Jahren von der europäischen Variante abgespalten hat.

Gen MFSD12 steuert die Melanin-Produktion

Dr. Kaustubh Adhikari: "Unsere Arbeit zeigt, dass sich die hellere Hautfarbe in Europa und Asien unabhängig voneinander entwickelt hat. Außerdem haben wir herausgefunden, dass das Gen MFSD12 in Ostasien einer starken natürlichen Selektion unterworfen war - möglicherweise als Anpassung an unterschiedliche Sonneneinstrahlung und ultraviolette Strahlung."
Professor Desmond Tobin ergänzt: "Das Pigment Melanin bestimmt die Farbe unserer Haare, unserer Haut und unserer Augen. Das Gen MFSD12 hat Einfluss darauf, wie Melanin produziert und in der Haut gespeichert wird."

Die Hautfarbe ist zum Teil ein uraltes Erbe

Dass amerikanische Ureinwohner und Ostasiaten - und ihre lateinamerikanischen Nachfahren - die gleiche Variante dieses Gens besitzen, Europäer aber nicht, deuten die Forscher als Hinweis darauf, dass sich die im Vergleich zu Afrikanern hellere Haut in Europa und Ostasien unabhängig voneinander entwickelt hat.
Es liegt also nicht ausschließlich an den unterschiedlichen Vorfahren (amerikanische Ureinwohner, Europäer, afrikanische Sklaven), dass es heute in Lateinamerika so viele Hautfarben gibt. Einen Teil dieser Variationen haben die Lateinamerikaner von ostasiatischen Vorfahren geerbt, die vor etwa 15.000 Jahren über die Beringstraße nach Amerika gelangt sind.
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