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Der Urahn von Mensch und Menschenaffe war ein Leichtgewicht

Der Urahn von Mensch und Menschenaffe war ein Leichtgewicht
Der erste Menschenaffe war erstaunlich klein und sah wahrscheinlich wie ein heutiger Gibbon aus, sagen deutsche und US-amerikanische Forscher.
Symbolbild
Der letzte gemeinsame Vorfahre von Mensch und heutigen Menschenaffen sah anders aus, als wir uns das bislang vorgestellt haben. Er wog wahrscheinlich nur 6 Kilogramm und ähnelte den heutigen Gibbons.
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der amerikanischen Story Brook Universität und der Eberhard Karls Universität in Tübingen, die versucht haben, das Aussehen dieses Uropas der "Hominoiden" (Mensch, große Menschenaffen, kleine Menschenaffen) zu rekonstruieren.

Fossilien aus Afrika, Europa und Asien analysiert

Mark Grabowski von der Universität Tübingen und William Jungers von der Stony Brook Universität in New York haben anhand von Fossilien, die man in Afrika, Europa und Asien gefunden hat, die Körpermaße von Menschenaffen berechnet, die während des Miozäns (23 bis 5 Millionen Jahre) gelebt haben. Daraus leiteten sie ab, wie groß der gemeinsame Vorfahre gewesen sein muss.
Ergebnis: Der Ur-Menschenaffe wog wahrscheinlich nur 12 Pfund und ähnelte mehr einem heutigen Gibbon (kleine Menschenaffen) als einem Schimpansen (großer Menschenaffe). Und dieser Befund rüttelt an der Theorie, dass die typischen Merkmale der Menschenaffen entstanden sind, weil sie zu schwer wurden, um noch auf Ästen herumzulaufen.

Zwei getrennte Entwicklungen

Bislang ging man davon aus, dass sich die Linie der Menschenaffen entwickelte, weil sie irgendwann Körpermaße erreichten, die es ihnen unmöglich machten, noch auf Ästen herumzulaufen. Sie begannen, sich an den Ästen entlang zu hangeln, wodurch sich der opponierbare Daumen und später die Greifhand entwickelten.
Sollten Grabowski und Jungers recht haben, dann sind die Greifhand und das größere Körpergewicht der Menschenaffen getrennt voneinander entstanden. Und zwar aus unterschiedlichen Gründen.
Das Ast-Hangeln soll den ersten Menschenaffen dabei geholfen haben, an Früchte zu gelangen, die sich am äußersten Ende dünner Äste befanden. Damit erschlossen sie sich eine neue Nahrungsquelle. Erst später sollen sie an Körpergewicht zugelegt haben, um sich gegen Nahrungskonkurrenten zu behaupten. Die Forscher sprechen von einem "Wettrüsten", denn im Miozän entstanden zahlreiche neue Affenarten, die um Lebensraum und Nahrung konkurrierten. Und da konnte es nicht schaden, ein großer kräftiger Kerl zu sein.

Die Hominiden sind wieder geschrumpft

Grabowski und Jungers haben bei ihren Berechnungen noch eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht. Zunächst legten die Menschenaffen ordentlich an Körpergewicht zu - die Linien der Orang-Utans und der Gorillas entstanden. Doch nachdem sich die aufrecht gehenden Hominiden (Sahelanthropus, Ardipithecus, Australopithecus) von den Schimpansen abgespalten hatten, wurden sie wieder kleiner. Erst als der Urmensch Homo erectus auftauchte, nahm die Körpergröße wieder zu.
"Dass das Körpergewicht nicht gleich blieb oder mit der Zeit ständig größer wurde, widerspricht eigentlich unserer allgemeinen Auffassung von Evolution", so Mark Grabowski.
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