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Am Anfang war der Fisch. Warum die frühen Japaner sesshaft wurden

Am Anfang war der Fisch. Warum die frühen Japaner sesshaft wurden
Nach der Eiszeit wurde erstmals intensiv getöpfert, um Fische und Muscheln zuzubereiten und aufzubewahren.
Foto: © Nara National Research Institute for Cultural Properties
Als sich am Ende der letzten Eiszeit das Klima veränderte, mussten sich die Menschen neue Nahrungsquellen erschließen. Weil Mammuts, Wollnashörner und andere große Säugetiere seltener wurden, bereicherten Fische, Muscheln und andere Meeresfrüchte den Speiseplan des Homo sapiens. Und um diese Nahrungsmittel aufzubewaren und zuzubereiten, fingen die Menschen an, Töpferwaren herzustellen.
Am Anfang war der Fisch. So lautet, grob umrissen, das Ergebnis einer neuen Studie, die Forscher der Universität York vorgestellt haben. Zusammen mit japanischen Kollegen haben sie 10.000 Jahre alte Tontöpfe analysiert, die das Nomadenvolk der Jomon hinterlassen hat, deren Vorfahren vor etwa 35.000 Jahren über eine Landbrücke nach Japan gelangt sind.

Chemische Rückstände auf Tontöpfen

Dr. Alex Lucquin und seine Kollegen haben Nahrungsmittelrückstände auf 800 Keramik-Artefakten untersucht, um herauszufinden, was die Menschen damals gegessen haben. Dabei stießen sie auf chemische Verbindungen, die darauf schließen lassen, dass die Jäger und Sammler vor 10.000 Jahren anfingen, viel Lachs, Schalentiere und andere Fische zu essen. Und die Notwendigkeit, diese maritime Nahrung zuzubereiten und aufzubewahren, führte offenbar zu einer deutlichen Intensivierung der Töpferkunst.
Studienleiter Lucquin: "Wir wissen jetzt, dass sich die Keramik zu dieser Zeit von einer anfangs seltenen Kunst zu einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand weiterentwickelt hat. Und das passt in eine Zeit, als die Jäger und Sammler anfingen, sich häufiger an einem Ort aufzuhalten und neue Fangstrategien zu entwickeln."

Der Verzehr von Fisch führte zu mehr Sesshaftigkeit

Einmal Fisch auf dem Tisch, blieben die Jomon offenbar dabei. Auch als sich nach der Eiszeit wieder ausgedehnte Wälder entwickelten und der Bestand an essbarem Wild wieder zunahm, aßen sie weiterhin viel Fisch und Muscheln. Dies belegen eine "massiv gesteigerte" Zahl an Tontöpfen und das Auftauchen neuer Topfformen und -größen.
Die Forscher gehen davon aus, dass die Ernährung mit Fischen dem frühen Homo sapiens dabei geholfen hat, die schwierigen Jahrtausende der Eiszeit zu überstehen. Und um Vorräte anzulegen, entwickelten sie die Töpferkunst. Diese beiden Faktoren haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass die Jäger und Sammler dieser Zeit sesshafter wurden. Schließlich kann man das Meer und große Seen nicht mit sich herumtragen, wenn man als Nomade durchs Land zieht.
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Richard Lewontin

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