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Der Neandertaler aß viele Pflanzen. Aber vielleicht waren es die falschen

Der Neandertaler aß viele Pflanzen. Aber vielleicht waren es die falschen
Domingo C. Salazar mit einem Neandertaler. An einer einseitigen Ernährung lag es nicht, dass sie ausgestorben sind, sagt der spanische Forscher.
Foto: © Ikerbasque
Woran auch immer die Neandertaler zugrunde gegangen sind, an einer einseitigen Ernährung oder mangelnder Anpassungsfähigkeit kann es nicht gelegen haben. Zu diesem Ergebnis kommen Domingo C. Salazar vom Institut Ikerbasque an der Universität des Baskenlandes und Robert C. Power vom Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig in einer neuen Studie, die im Fachmagazin Journal of Human Evolution veröffentlicht wurde.
Salazar und Power haben den Zahnstein von mehreren Neandertalern analysiert und sind davon überzeugt, dass die Ernährung des europäischen Urmenschen keineswegs so einseitig war, wie vorangegangene Studien vermuten lassen.

Warum ist der Neandertaler ausgestorben?

Der Neandertaler entstand nach Angaben der Forscher vor 230.000 Jahren und starb vor 28.000 Jahren aus (zumindest letzteres Datum ist in der Fachwelt umstritten). Und die letzten 1000 Jahre soll der Neandertaler Seite an Seite mit dem aus Afrika einwandernden Homo sapiens gelebt haben.
Es gibt viele Theorien, warum der Neandertaler ausstarb, während der Homo sapiens überlebt hat. Eine davon lautet: Der Neandertaler hat sich zu einseitig und nicht so flexibel wie der Homo sapiens ernährt, so dass er Probleme bekam, als sich das Klima und das Nahrungsangebot veränderten.

An der Ernährung lag es nicht. Oder etwa doch?

Salazar und Power wollen das nach ihren Zahnanalysen nicht so stehen lassen. Sie haben im Zahnstein der von ihnen untersuchten Neandertaler deutliche Hinweise darauf gefunden, dass die Neandertaler reichlich pflanzliche Nahrung zu sich nahmen. Und da das bei allen untersuchten Fossilien der Fall war, obwohl sie aus unterschiedlichen Regionen stammen, glauben die Forscher, dass es sich um eine "tief verwurzelte Überlebensstrategie" des Homo neanderthalensis handelte.
Damit widersprechen Salazar und Power mehreren Studien der letzten Jahre, die allesamt zu dem Ergebnis kamen, dass sich die Neandertaler fast ausschließlich von Mammutfleisch ernährt haben.
Allerdings räumen die beiden Forscher ein, dass der Neandertaler dennoch einen kleinen Nachteil gegenüber dem Homo sapiens gehabt haben könnte. Sie können nicht ausschließen, dass die Neandertaler auf andere Pflanzen spezialisiert waren als der frühe Homo sapiens. Und das Wohl und Wehe dieser Pflanzen könnte den Ausschlag gegeben haben, warum der Neandertaler ausstarb und der Homo sapiens nicht.
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