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Der Mensch hat die Arabische Halbinsel schon früh besiedelt

Der Mensch hat die Arabische Halbinsel schon früh besiedelt
Werkzeugartefakte und Fossilien von Beutetieren belegen, dass schon vor 500.000 bis 300.000 Jahren Menschen auf der Arabischen Halbinsel gelebt haben.
Foto: © Palaeodeserts Project, Michael Petraglia
Die Arabische Halbinsel war nicht immer eine lebensfeindliche Wüste. Vor etwa 500.000 bis 300.000 Jahren herrschte dort immer wieder mal ein Klima, das dem in Ostafrika nicht unähnlich war. Es gab offene Graslandschaften, ausreichend Wasser und jede Menge Tiere. Das belegen Fossilfunde von Elefanten, Jaguaren und Wasservögeln.
Doch haben dort auch Menschen gelebt? Späte Vertreter von Homo erectus? Oder gar frühe Vertreter von Homo sapiens, die durch die "Grüne Sahara" ins "Grüne Arabien" gelangt sind? Diese Frage musste bislang unbeantwortet bleiben, denn man hat weder menschliche Fossilien noch Werkzeugartefakte finden können. Doch das hat sich nun geändert.

Steinwerkzeuge und Fossilien von Beutetieren

Wie Forscher des Max Planck Instituts für Menschheitsgeschichte im Fachjournal "Nature Ecology and Evolution" berichten, sind sie bei archäologischen Grabungen in der Nefud-Wüste im Norden Saudi-Arabiens auf Steinwerkzeuge und Knochen von Beutetieren gestoßen, die 500.000 bis 300.000 Jahre alt sind und Bearbeitungsspuren aufweisen. Beides zusammen belegt eindeutig, dass dort Menschen gelebt haben.
Von welcher Menschenart die Funde stammen, darauf wollen sich die Forscher nicht festlegen. Sie sprechen allgemein von "Homininen".
Michael Petraglia, der führende Archäologe des Teams, sagt: "Es handelt sich um die älteste Fundstelle auf der arabischen Halbinsel, die sich mit Homininen in Verbindung bringen lässt. Und sie zeigt, dass unsere Vorfahren eine Vielzahl von Tieren gejagt haben, als sie in diese grüne Region eingewandert sind."

Keine Anpassung an die Wüste erforderlich

Für Studienleiter Dr. Patrick Roberts ist noch ein weiterer Aspekt von Bedeutung. Bislang dachte man, dass sich der Mensch sehr unterschiedlichen und teils schwierigen Umweltbedingungen anpassen musste, um Afrika zu verlassen. Doch das war offenbar gar nicht notwendig. Das Klima in dieser Region war damals beinahe mit dem in den ostafrikanischen Savannen identisch.
Roberts und seine Kollegen vermuten, dass die Menschen einfach ihren Beutetieren gefolgt sind, die sich damals zwischen Afrika, der Levante (östlicher Mittelmeerraum) und Eurasien bewegt haben.
Roberts: "Um diesen Teil der Welt zu besiedeln, war damals keine Anpassung an raue und trockene Wüsten erforderlich."
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EVOLUTION & MEINUNG

Je unwahrscheinlicher, aus statistischer Sicht, ein Vorgang ist, desto weniger können wir annehmen, dass er durch blinden Zufall geschah.
Richard Dawkins

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