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Das erste Leben auf der Erde ist in einem flachen Tümpel entstanden
Symbolfotos: Avenue, CC BY-SA 3.0 / CSIRO, CC BY 3.0 Lizenz

Das erste Leben auf der Erde ist in einem flachen Tümpel entstanden

Wie ist das Leben auf der Erde entstanden? Eine der gängigsten Hypothesen ist die Ursuppen-Theorie. Im Ur-Ozean sollen sich die ersten einfachen Lebensformen gebildet haben. Man bezeichnet diese schlichten Einzeller ohne echten Zellkern als Prokaryoten. Doch US-Forscher haben da so ihre Zweifel.
Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Harvard University und der Cambridge University halten es für ziemlich unwahrscheinlich, dass das Leben im Ur-Ozean der Erde entstanden ist. Denn damit aus anorganischen Verbindungen organisches Leben entstehen kann, ist fester Stickstoff (Stickoxid) erforderlich. Und die Stickstoff-Konzentration im Ur-Ozean war nie hoch genug, um diesen Prozess in Gang zu bringen.

Zu geringe Stickstoff-Konzentration für das erste Leben

Wie Studienleiter Sukrit Ranjan und seine Kollegen Andrew Babbin, Zoe Todd, Dimitar Sasselov und Paul Rimmer im Fachjournal "Geochemitry, Geophysics, Geosystems" berichten, kam Stickstoff in der Frühphase der Erde nur gasförmig in der Atmosphäre vor (noch heute besteht die Erdatmosphäre zu 75 Prozent aus Stickstoff).
Erst als die ersten Sonnenstrahlen die Ur-Atmophäre durchdrangen, konnte sich fester Stickstoff bilden, der sich im Ur-Ozean und anderen Gewässern ansammelte. Doch die Forscher haben Zweifel, dass die Stickoxid-Konzentration im riesigen Ur-Ozean ausreichte, um mit anderen Molekülen zu reagieren und die ersten lebenden Organismen hevorzubringen.

Das Leben ist in einem kleinen flachen See entstanden

Sukrit Ranjan und seine Kollegen halten es für viel wahrscheinlicher, dass das erste Leben in relativ kleinen und nur 10 bis 100 Zentimeter flachen Seen und Tümpeln entstanden ist. Nur in solchen Gewässern konnte sich vor 3,8 Milliarden Jahren Stickoxid in ausreichender Konzentration anreichern, um Leben hervorzubringen. Im riesigen und kilometertiefen Ur-Ozean sei das nur schwer vorstellbar.
Die Forscher verweisen in diesem Zusammenhang auf ältere Studien, die bereits gezeigt haben, dass es vor 3,9 Milliarden Jahren - also kurz vor Entstehung des ersten Lebens - auf der Erde solche flachen Seen und Tümpel gab. Man schätzt, dass sie weltweit etwa eine Fläche von 500 Quadratkilometern bedeckt haben.
Sukrit Ranjan: "Unsere Botschaft lautet in Kürze: Falls Sie der Meinung sind, dass für die Entstehung von Leben fester Stickstoff erforderlich war, was viele glauben, dann ist es nur schwer vorstellbar, dass das im Ozean passiert ist. Es ist viel einfacher, sich so etwas in einem flachen Gewässer vorzustellen."

Oder kam das Leben aus dem Weltraum?

Das Leben auf der Erde ist also einem flachen Tümpel entsprungen. Einem Tümpel, wie es ihn heute noch gibt. Der Don Juan See in der Antarktis sei ein gutes Beispiel dafür, wie die ersten Seen auf der Erde ausgesehen haben könnten, schreiben die Forscher in ihrer Studie.
Natürlich gibt es noch andere Theorien, die zu erklären versuchen, wie das Leben auf unserem Planeten entstanden ist. So glauben einige Forscher, dass Meteoriten und Asteroiden, die auf der Erde eingeschlagen sind, einfache Lebensformen "an Bord" hatten, die sich dann weiterentwickelt haben. Als möglicher Ursprungsplanet für diese ersten irdischen Lebensformen steht der Mars hoch im Kurs.
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Es wird ja fleißig gearbeitet und viel mikroskopiert, aber es müsste mal wieder einer einen gescheiten Gedanken haben.
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