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Cold Case entpuppt sich als Schädeldach aus der Jungsteinzeit
Foto: © The Museum of London

Cold Case entpuppt sich als Schädeldach aus der Jungsteinzeit

Ein Mudlarker findet am Ufer der Londoner Themse ein Schädeldach und informiert die Polizei. Die tut, was sie tun muss. Sie sperrt den Tatort, sucht nach Indizien. Doch nach einigen Tagen stellt sich heraus: Der Schädel ist 5.600 Jahre alt und stammt von einem Menschen aus der Jungsteinzeit.
Mudlarker sind Menschen, die regelmäßig an den Ufern der Themse nach Dingen suchen, die der Fluss anspült und frei gibt. Für einige ist es ein Hobby, für andere ein Nebenverdienst, denn hin und wieder finden sie Geschirr oder Schmuck aus dem Mittelalter, der sich zu Geld machen lässt.

Unglaublicher Fund für das Museum of London

Als der Mann, der das Schädeldach fand, die Polizei informierte, ging die South West CID zunächst von einem "Cold Case" aus - von einem ungelösten Verbrechen. Also wurden die Spezialisten der Metropolitan Police eingeschaltet. Doch die fanden nach einigen Tagen durch eine Radiokarbondatierung heraus, dass es sich um einen "Very Cold Case" handelt. Der Schädel stammte von einem etwa 18-jährigen Mann, der im Jahr 3.600 vor Christus gelebt hat.
Der Schädel wurde dem Museum of London übergeben, wo er bald in der Sonderausstellung "London before London" gezeigt wird.
Dr. Rebecca Redfern ist ganz begeistert: "Das ist ein unglaublich bedeutender Fund. Die Themse ist eine so reiche Quelle für unsere Geschichte. Wir lernen ständig aus solchen Funden."

Als in "London" die ersten Bauern lebten

Vor 5.600 Jahren war London noch keine Stadt. Die wurde erst im Jahr 40 n. Chr. von den Römern als "Londinium" gegründet. In der Jungsteinzeit lebten am Ufer der Themse wahrscheinlich erste Bauern. Allerdings glaubt Dr. Rebecca Redfern, dass diese Menschen noch Halbnomaden waren. Das heißt, sie lebten wahrscheinlich wie Jäger und Sammler, betrieben aber nebenher auch etwas Landwirtschaft.
Ob der junge Mann, dessen Schädel man gefunden hat, durch einen Unfall ums Leben kam oder das Opfer einer Gewalttat wurde, konnten weder Polizei noch Archäologen sagen - was nach so langer Zeit wenig überraschend ist.
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