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Little Foot's Gehirn war ein bisschen Mensch und ein bisschen Schimpanse

Little Foot's Gehirn war ein bisschen Mensch und ein bisschen Schimpanse
Der Originalschädel von Little Foot und sein virtuell rekonstruiertes Gehirn. Es weist menschliche und affenähnliche Merkmale auf, heißt es in einer neuen Studie.
Foto: © Original Skull by M. Lotter, R.J. Clarke / WITS
IN DEN KOPF GESCHAUT Ron Clarke von der University of Witwatersrand und sein Team haben endlich eine offizielle Studie über Australopithecus Little Foot veröffentlicht. Sie ist - man staune - in einer Sonderausgabe des Fachmagazins Journal of Human Evolution erschienen. Im Mittelpunkt steht ein virtueller Gehirnabdruck des Hominiden, der vor 3,6 Millionen Jahren in Südafrika gelebt hat.
Dr. Amelie Beaudet und das Sterkfontein Team haben MicroCT Scans des Fossils erstellt und das Gehirn virtuell rekonstruiert. Und wie es aussieht, besaß Little Foot's Hirn einige Merkmale, die denen beim Menschen ähneln, aber auch andere, die von einem Schimpansen stammen könnten.

Frühe Asymmetrie des Gehirns

Einige Bereiche des Little Foot Gehirns zeigen Strukturen, die dem modernen Menschen ähnlich sind, schreiben die Forscher. Dazu gehört die asymmetrische Struktur der beiden Hirnhälften und ein Muster von mittleren Meningealgefäßen. Andere Merkmale wie ein großer visueller Kortex erinnern eher an heutige Menschenaffen wie den Schimpansen.
Da Australopithecus Little Foot vor 3,67 Millionen Jahren gelebt hat, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass sich die Asymmetrie des Gehirns schon sehr früh entwickelt haben muss. Möglicherweise war sie schon beim letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse vorhanden.

Visueller Kortex wie ein Affe

Andere Merkmale des Little Foot Gehirns sind noch sehr ursprünglich und weisen mehr in Richtung Affe als in Richtung Mensch. Dazu zählen die geringe Größe des Gehirns und ein ziemlich voluminöser visueller Kortex. Dieser Kortex ist beim späteren Menschen deutlich kleiner.
Dr. Amelie Beaudet und ihre Kollegen haben das Gehirn von Little Foot mit zehn anderen südafrikanischen Hominiden verglichen, die vor 3,0 bis 1,5 Millionen Jahren gelebt haben. Nach ihren Berechnungen war das Gehirn von Little Foot selbst für einen frühen Australopithecus sehr klein.
"Das endokraniale Volumen von Little Foot's Gehirn befindet sich am unteren Ende der Skala", schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Viel Wirbel um wenig?

Was haben wir also? Nichts Spektakuläres, möchte man meinen. Little Foot entspricht so ziemlich dem, was man von einem Australopithecus, der vor 3,6 Millionen Jahren gelebt hat, erwarten würde. Er ... oh sorry, sie, denn Little Foot war ja weiblich, war nur 1,30 Meter groß, hatte ein sehr kleines Gehirn, kletterte noch auf Bäumen herum und konnte ein bisschen aufrecht gehen.
Spannend ist eigentlich nur die Frage, ob es sich bei Little Foot wirklich um eine neue Spezies (Australopithecus prometheus) handelt oder ob die Dame ein früher Australopithecus africanus war. Allerdings fragt man sich mehr und mehr, ob das all den Wirbel rechtfertigt, der um das Fossil gemacht wird.
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Richard Dawkins

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