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Wie lebten Bauern vor 10.000 Jahren? EU fördert archäologisches Projekt

Wie lebten Bauern vor 10.000 Jahren? EU fördert archäologisches Projekt
Taucharbeiten vor der Siedlung Ploca am Ohridsee. Forscher wollen herausfinden, wie die ersten Bauern Europas vor 10.000 Jahren gelebt haben.
Foto: © Universität Bern, Marco Hostettler
Forscher der Universitäten Bern, Oxford und Thessaloniki wollen in einem Gemeinschaftsprojekt mehrere Seen in Griechland und auf dem südlichen Balkan untersuchen, um herauszufinden, wie sich das Klima, die Umwelt und die Landwirtschaft in den letzten 10.000 gegenseitig beeinflusst haben.
Das auf fünf Jahre angelegte Großprojekt trägt den Namen EXPLO (Exploring the dynamics and causes of prehistoric land use change in the cradle of European farming) und betritt nach Angaben der Forscher Neuland. Zum ersten mal werden Unterwasserarchäologie, Ökologie, Biologie und Klimawissenschaft miteinander kombiniert, um mehr über die frühen Bauernkulturen Europas und ihr Leben zu erfahren.

Die Wiege der europäischen Landwirtschaft

Die Seen im Norden Griechenlands und im südlichen Balkan stellen nach Ansicht der Forscher ein einzigartiges Archiv der europäischen Kultur- und Umweltgeschichte dar. Doch leider sind sie bis heute kaum erforscht. Nun will ein auf Initiative der Universität Bern zusammengestelltes internationales Forscherteam diesen Wissensschatz heben.
Es ist geplant, prähistorische Siedlungsstandorte an Seen und Uferzonen zu untersuchen. Parallel dazu wird es Ausgrabungen und Probenentnahmen in den grossen Ohrid-, Prespa- und Kastoriaseen geben. Die Analyse der dort gehobenen Seesedimente soll zeigen, wie sich die Landnutzung, aber auch die klimatischen Bedingungen im Laufe der Zeit verändert haben.
All diese Standorte liegen nach Ansicht der Forscher in einem kulturhistorisch sehr interessanten Gebiet - der Wiege der europäischen Landwirtschaft. Hier gelangten vor mehr als 8.000 Jahren landwirtschaftliche Techniken aus dem Westen Asiens nach Europa.

Fundstellen bislang kaum untersucht

Das Hauptziel der neuen Forschungsarbeiten besteht darin, den Anpassungsstrategien auf die Spur zu kommen, mit denen die frühen europäischen Bauerngesellschaften auf veränderte Klima- und Umweltbedingungen reagiert haben.
Albert Hafner, Professor für Prähistorische Archäologie an der Uni Bern, erklärt dazu: "Die bisher praktisch nicht untersuchten Fundstellen sind von ausserordentlichem wissenschaftlichem Wert. Sie könnten sich als genauso wichtig erweisen wie die neolithischen und bronzezeitlichen Seeufersiedlungen rund um die Alpen."
Ebenfalls an der Studie beteiligt sind Professor Willy Tinner (Uni Bern), Professor Amy Bogaard (Oxford) und Professor Kostas Kotsakis (Uni Thessaloniki).
Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt das außergewöhnliche Projekt mit 6,4 Millionen Euro.
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