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Osterinsel: Wo Statuen stehen, da gibt es auch Trinkwasserquellen
Foto: © Binghamton University, State University of New York

Osterinsel: Wo Statuen stehen, da gibt es auch Trinkwasserquellen

Die Moai, die monumentalen Statuen auf der Osterinsel, gehören nach wie vor zu den großen Rätseln der Archäologie. Welchem Zweck dienten sie? Wie hat man sie erbaut? Und warum wurden sie allesamt in Küstennähe aufgestellt? Die US-Archäologen Carl Lipo (Foto) von der Universität Binghamton und Robert DiNapoli von der Universität Oregon glauben, zumindest eines dieser Rätsel gelöst zu haben.
Alle Steinstatuen auf der Osterinsel wurden in der Nähe von Süßwasserquellen errichtet, schreiben die Forscher in ihrer neuen Studie. Und das kann kein Zufall sein, denn Trinkwasser ist auf Inseln ein knappes und kostbares Gut, das für die Bewohner existenzielle Bedeutung hat.

Ressourcen analysiert und kartographiert

Die Forscher haben eine kleine Sisyphus-Arbeit hinter sich. Sie haben alle natürlichen Ressourcen, die für Inselbewohner von lebenswichtiger Bedeutung sind, analysiert und kartographiert - fruchtbaren Boden, ergiebige Fischgründe und Süßwasserquellen. Anschließend haben sie einen Computer berechnen lassen, ob es einen auffälligen Zusammenhang mit den Standorten der Statuen gibt.
"Wir haben festgestellt, dass es einen signifikanten Zusammenhang mit den knappen Frischwasserquellen gibt", schreiben Lipo und DiNapoli in ihrer Studie. "Alle Statuen befinden sich in unmittelbarer Nähe von Grundwasserquellen."
"Je genauer wir hinschauten, desto offensichtlicher wurde dieses Muster", erklärt Carl Lipo. "Überall, wo es keine Moai gibt, da gibt es auch kein Trinkwasser. Das Muster war auffallend und in seiner Konsistenz überraschend deutlich."

Weitere Untersuchungen sollen folgen

Bislang ging man davon aus, dass die großen Steinstatuen auf der Osterinsel rituelle Bedeutung hatten. Sie sollen berühmte Häuptlinge oder angesehene Ahnen darstellen. Doch der Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Trinkwasser lässt eine weitere Deutung zu. Es könnte sich um Wegweiser gehandelt haben, die weithin sichtbar signalisierten: Hey Leute, hier gibt es sauberes Trinkwasser.
"Viele Forscher, darunter auch wir selbst, haben schon lange spekuliert, dass es einen Zusammenhang zwischen den Statuen und den verschiedenen Arten von Ressourcen auf der Insel geben könnte", sagt Robert DiNapoli. "Doch diese Theorien wurde nie quantitativ getestet. Unsere Studie zeigt, dass es eine Verbindung zwischen den Steinstatuen und den Süßwasserquellen gibt."
Die Forscher räumen allerdings ein, dass sie bislang nur den westlichen Teil der Osterinsel analysiert und kartographiert haben. Nun soll eine vollständige Erkundung stattfinden, um ihre Süßwasser-Hypothese zu untermauern.
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Mir ist bis heute noch kein Problem - wie kompliziert auch immer - begegnet, dass sich nicht durch den richtigen Blickwinkel noch stärker verkomplizieren ließe.
Paul Alderson

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