ANTROPUS
DER WEBLOG über die Evolution des Menschen
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HOMO SAPIENS
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Wie funktioniert eigentlich Evolution? Warum sind die Arten veränderlich?

Evolution
Symbolgrafik
Mensch und Schimpanse sind nicht nur unterschiedliche Arten (sapiens und troglodytes), sondern sie gehören auch zu unterschiedlichen Gattungen (Homo und Pan). Doch das war nicht immer so. Beide stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab, der vor etwa 6 Millionen Jahren gelebt hat. Dass Schimpanse und Mensch heute aussehen, wie sie aussehen, verdanken sie der Evolution.
Evolution bedeutet, dass sich Lebenwesen ständig ihrem Lebensraum anpassen. Dies geschieht durch Isolation, Mutation und Selektion. Nur wenn diese drei Faktoren zusammenkommen, entstehen neue Arten.

Isolation von den Vorfahren

Neue Arten können sich nur bilden, wenn eine Teilpopulation von der Ursprungs-Population getrennt wird. Das geschieht zum Beispiel, wenn ein neuer Fluss entsteht, sich ein neues Gebirge auftürmt oder schlicht durch pure Entfernung. Gorilla und Orang-Utan zum Beispiel stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Doch in Afrika gibt es keine Orang-Utans und in Asien keine Gorillas. Die beiden Arten haben sich zu dem entwickelt, was sie heute sind, weil sie weit entfernt voneinander lebten. Sie konnten sich nicht mehr vermischen.

Die Mutation als Motor der Evolution

Wie Lebewesen aussehen, ist in ihren Genen gespeichert. Man nennt diesen biologischen Bauplan DNA. Doch dieser Bauplan kann sich verändern. Und das geschieht durch Mutationen. Sie treten oft zufällig während der Zellteilung im Mutterleib auf, können aber auch durch äußere Einflüsse ausgelöst werden. Mutation heißt: Das Erbgut eines Menschen enthält ein fehlerhaft kopiertes Gen. Es ist neu und einzigartig.
Die meisten Gen-Mutationen sind harmlos und haben keinerlei Auswirkungen. Andere sind krankhaft und führen zum Tode. Doch einige wenige sind vorteilhaft und verschaffen ihrem Träger einen evolutionären Vorteil. Und diese vorteilhaften Mutationen können sich im Laufe mehrerer Generationen verbreiten.
Die Mutation ist die treibende Kraft der Evolution. Ohne Mutationen gäbe es heute nur Einzeller - so wie vor 3,5 Milliarden Jahren. Das Erbgut dieser einfachen Lebenwesen hätte sich nie verändert. Ihr Bauplan wäre immer gleich geblieben. Komplexere Lebensformen konnten sich nur entwickeln, weil es seit der Entstehung des Lebens Millionen von Mutationen gab.

Selektion - Die natürliche Auslese

Kommt es zu einer Mutation, dann entscheidet die Selektion darüber, ob sie sich in einer Population verbreitet oder nicht. Man bezeichnet das auch als natürliche Auslese. Vorteilhafte Mutationen setzen sich durch, weil ihr Träger - frei nach Darwin - biologisch fit ist und viele Nachkommen hat. Doch das hängt vom Lebensraum ab.
Ein einfaches Beispiel: In der Steinzeit wäre es definitiv ein Vorteil gewesen, das Gehör eines Luchses zu haben. Die Mutation hätte sich verbreitet, weil ihr Träger ein sehr erfolgreicher Jäger gewesen wäre. Heute würde sich dieses Supergehör wahrscheinlich nicht durchsetzen. Der infernalische Großstadtlärm würde die Menschen krank machen.

Ab welchem Zeitpunkt definiert man eine neue Art?

Isolation, Mutation und natürliche Auslese sind die Grundbausteine der Evolution. Nur wenn alle drei Faktoren zusammenkommen, können sich Lebewesen verändern. Und kommt es innerhalb einer Population zu vielen erfolgreichen Mutationen, dann unterscheidet sie sich irgendwann so deutlich von ihrer Ursprungspopulation, dass die Forscher sie als neue Art einstufen.
Der heutige Mensch und die Schimpansen haben sich seit ihrer Trennung vor 6 Millionen Jahren stark verändert. Die anatomischen Unterschiede sind so groß, dass man sie nicht nur unterschiedlichen Arten zugeordnet hat, sondern sogar unterschiedlichen Gattungen.
Bei Menschenformen, die noch nicht so lange getrennte Wege gehen, ist die Einordnung in Arten deutlich schwieriger und oft sogar umstritten. So gibt es heute Paläoanthropologen, die in Frage stellen, dass Neandertaler und Homo sapiens unterschiedliche Menschenarten waren. Die Unterschiede sind ihnen zu gering. Außerdem konnten sie sich noch untereinander fortpflanzen. Und das ist bei unterschiedlichen Arten normalerweise nicht möglich.
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Foto: © Zarateman, CC0
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Fotomontage: © J. Matternes (1), Public Domain (1)
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