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Der Übergang in die Mittelsteinzeit fand vor 320.000 Jahren statt

Der Übergang in die Mittelsteinzeit fand vor 320.000 Jahren statt
Werkzeugfunde aus Ostafrika dokumentieren den Übergang von der Alt- in die Mittelsteinzeit, sagen US-Forscher.
Foto: © Gilbert Price
Wissenschaftler des Natural History Museum of Utah und der Universität Utah haben im ostafrikanischen Olorgesailie-Becken Hinweise darauf gefunden, dass sich die Kultur des Menschen vor etwa 320.000 Jahren stark verändert hat.
Die Menschen haben angefangen, Handel zu treiben, Farbpigmente zu benutzen und filigranere Steinwerkzeuge herzustellen. Die Artefakte aus dem Süden Kenias sind laut Angaben des Forscherteams der älteste Beleg für den Übergang von der Kultur der Altsteinzeit in die fortschrittlichere Kultur der Mittelsteinzeit - zumindest in dieser Region.

Feinere Werkzeuge und erster Handel

Der noch relativ grob gearbeitete Faustkeil der Altsteinzeit wurde durch deutlich kleinere und besser gearbeitete Steinklingen ersetzt, die eine Spezialisierung auf bestimmte Tätigkeiten erkennen lassen. Und das Material stammt nicht vom Fundort, sondern wurde über Strecken bis zu 120 Kilometer herbeigeschafft. Die Forscher schließen daraus, dass die Menschen damals erstmals Handel mit anderen Menschengruppen trieben.
Um welche Menschenart es sich handelte, die diese technischen und sozialen Innovationen entwickelte, ist nicht so ganz klar. In ihrer Studie schreiben die Forscher lediglich: "Diese neuen Aktivitäten decken sich ungefähr mit den ältesten bekannten Fossilien von Homo sapiens und sind charakteristisch für Menschen, die in der Mittelsteinzeit lebten."

Wandel durch Klimaschwankungen

Auslöser für diesen "Kulturwechsel" dürften geologische Veränderungen und ein wechselhaftes Klima gewesen sein, argumentieren die Forscher. Sie haben herausgefunden, dass die Landschaft in Kenia damals von zahlreichen Erdbeben erschüttert wurde und dass es abwechselnd sehr feuchte und sehr trockene Wetterperioden gab. Sie zwangen den Menschen offenbar dazu, seine Lebensweise zu verändern und neue Technologien und neue Verhaltensweisen zu entwickeln.
Ob es sich wirklich bereits um moderne Menschen handelte, die diesen Übergang in die Mittelsteinzeit eingeläutet haben, wie die Forscher andeuten, dürfte umstritten sein. Schließlich gibt es den Homo sapiens "offiziell" erst seit 200.000 Jahren. Allerdings lebten damals schon archaische Frühformen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem späteren Homo sapiens hatten.
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Es wäre eine Illusion, anzunehmen, dass das, was wir zurzeit wissen, mehr ist als ein winziger Bruchteil der gesamten biologischen Realität.
Michael Denton

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