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In Amerika haben schon vor den Clovis-Indianern Menschen gelebt

In Amerika haben schon vor den Clovis-Indianern Menschen gelebt
Diese Werkzeugfunde unterscheiden sich deutlich von der Clovis-Kultur und sind deutlich älter. Welche Menschen haben sie hinterlassen?
Foto: © N. Velchoff, Gault School of Archaeological Research
Die Besiedlung Amerikas durch den Homo sapiens wird immer unübersichtlicher. Forscher der Texas State Universität in Austin haben steinerne Speerspitzen und Werkzeug-Artefakte ausgegraben, die deutlich älter sind als die Clovis-Kultur. Die Funde wurden auf ein Alter zwischen 16.000 und 20.000 Jahren datiert.
Lange dachte man, dass Menschen aus Sibirien erst vor 13.000 Jahren über die Beringstraße nach Amerika gelangt sind und sich von Norden nach Süden ausgebreitet haben. Als Beleg dafür dienten 11.000 Jahre alte Speerspitzen aus Feuerstein, die man überall in Nordamerika gefunden hat. Man bezeichnet diese Funde als Clovis-Kultur.

Forscher entdecken eine zweite Fundschicht

Ein Fundort, an dem die Anwesenheit der Clovis-Paläoindianer besonders gut dokumentiert ist, ist die sogenannte "Gault Site" in Texas. Doch ausgerechnet dort haben Thomas Williams und seine Kollegen von der Texas State Universität jetzt Werkzeugartefakte und Speerspitzen ausgegraben, die nicht nur deutlich älter sind als die Clovis-Funde, sondern die sich auch technologisch von der Clovis-Kultur unterscheiden.
Unter der Fundschicht, in der man die Clovis-Speerspitzen gefunden hat, sind die Forscher auf eine weitere und deutlich ältere Fundschicht gestoßen. Und darin haben sie Speerspitzen und Werkzeuge entdeckt, die von Menschen stammen müssen, die vor den Clovis-Indianern in der Region gelebt haben.
Thomas Williams: "Die Projektile, die wir gefunden haben, sind einzigartig. Wir kennen nichts Vergleichbares. Kombiniert man das mit ihrem Alter und der Tatsache, dass sie unter der Clovis-Fundschicht lagen, dann müssen sie von den ersten Menschen stammen, die Amerika besiedelt haben."

Die Clovis-Indianer waren nicht die ersten

Als sich die Clovis-Indianer vor 11.000 Jahren in den Süden der heutigen USA ausbreiteten, müssen dort schon Menschen gelebt haben, argumentiert Thomas Williams. Und das schon seit mehreren tausend Jahren.
Wie es danach weiter ging, ist allerdings unklar. Schließlich haben Gen-Analysen ergeben, dass alle indigenen Völker Amerikas von den gleichen Vorfahren abstammen. Wurden die Ureinwohner von Texas von den Clovis-Indianern verdrängt oder ausgerottet? Und von wem stammten sie ab?
Dass die Besiedlung Amerikas durch den Homo sapiens deutlich komplexer war, als man jahrzehntelang dachte, belegen auch Fossil- und Werkzeugfunde aus Südamerika. Sie unterscheiden sich deutlich von den nordamerikanischen Funden und sollen bis zu 30.000 Jahre alt sein. Einige Forscher vermuten, dass es sich um Menschen handelte, die mit Schiffen aus dem Südpazifik gekommen waren, lange bevor die ersten Asiaten die Beringstraße überquerten. Allerdings scheint diese Populationen später wieder ausgestorben zu sein.
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H. Quadbeck-Seeger

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