HOMO SAPIENS
Button
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton
PALÄO NEWS
Wird es noch einmal so schlimm wie damals beim Ausbruch des Toba?
Grafik: © Wikimedia, Public Domain

Wird es noch einmal so schlimm wie damals beim Ausbruch des Toba?

Zurzeit gibt es auf der Erde mehr als ein Dutzend Supervulkane. Die bekanntesten befinden sich unter dem Yellowstone Nationalpark in den USA, unter den Phlegräischen Felder in Italien und unter der Nordinsel Neuseelands. Und wenn einer von denen hochgeht, dann wird unsere Zivilisation eine Menge Probleme bekommen.
Der Ausbruch eines Supervulkans hätte gravierende Folgen für die ganze Erde, sagen US-amerikanische und griechische Vulkanologen. Das Forscherteam hat in Südafrika geschmolzene Glaspartikel und pyroklastisches Gestein gefunden, das vom Ausbruch des Supervulkans Toba stammen soll. Und der explodierte vor 73.000 Jahren auf der Insel Sumatra, also 9000 Kilometer von Südafrika entfernt.
Die geschmolzenen Gesteinspartikel wurden damals in die Atmosphäre geschleudert, verdunkelten für Monate (vielleicht sogar für Jahre) den Himmel und sanken dann als Ascheregen zu Boden, so die Forscher. Es folgte ein vulkanischer Winter, der fast überall auf der Welt gravierende Folgen hatte. Die Atmosphäre ließ kaum noch Sonnenlicht durch und die Durchschnittstemperatur sank um 10 Grad. Die Pflanzen starben und mit ihnen die Tiere und fast alle Menschen.

Nur wenige Menschen haben damals überlebt

Dass der Toba-Ausbruch einen Großteil der damaligen Menschheit auslöschte, belegt ein genetischer Flaschenhals, den der Homo sapiens danach durchlief. Alle heutigen Menschen stammen von einer winzig kleinen afrikanischen Population ab, die dieses Armageddon überlebte. Und einige von ihnen scheinen das in südafrikanischen Höhlen (z.B. Pinnacle Point) geschafft zu haben, wo sie vor dem Fallout halbwegs geschützt waren und sich von Fischen und Meeresfrüchten ernähren konnten.
Wie sich der Tobaausbruch auf die Neandertaler und die Denisovas auswirkte, ist unklar. Die Tatsache, dass sie überlebt haben, und relativ dünne Sedimentschichten im arktischen Eis deuten darauf hin, dass die Nordhalbkugel der Erde etwas glimpflicher davon kam.

Die Menschheit wird große Probleme bekommen

Der Ausbruch eines Supervulkans ist also eine verdammt üble Sache. Und die pyroklastischen Sedimente, die man in Südafrika gefunden hat, deuten darauf hin, dass große Teile der Erde davon betroffen wären. Wahrscheinlich käme es zu jahrelangen Missernten und weltweiten Hungersnöten. Die Temperatur würde dramatisch sinken. Und viele neue Technologien - z.B. die Solarenergie und der Flugverkehr - würden nicht mehr funktionieren.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft ein Supervulkan ausbricht? Ältere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das nur alle 100.000 Jahre geschieht. Doch Forscher der Universität Bristol haben im Jahr 2017 eine Studie veröffentlicht, nach der das schon alle 5200 Jahre geschehen kann. Und derzeit scheint es unter mehreren Supervulkanen - Yellowstone, Süditalien - bedrohlich zu brodeln.

Kann man Yellowstone anbohren und abkühlen?

Kann man den Ausbruch eines Supervulkans verhindern oder zumindest abschwächen? Ein ehemaliger NASA-Mitarbeiter hat in einem Interview erklärt, man arbeite an Plänen, die gewaltige Magmakammer unter dem Yellowstone Nationalpark anzubohren, um das Magma abzukühlen. Doch Vulkan-Experten halten das für ein gefährliches Experiment. Sie befürchten, dass man dadurch einen Ausbruch auslösen könnte.

Vulkane ohne Kegel und mit riesiger Magmablase

Bislang ist übrigens nicht klar definiert, was ein Supervulkan ist. Die Presse hat den Begriff vor einigen Jahren erfunden und die Wissenschaft hat ihn für ihre Publikationen übernommen.
Ein auffälliger Unterschied zwischen einem Supervulkan und einem normalen Vulkan besteht darin, dass er keinen feuerspeienden Kegelberg besitzt, sondern dass im Falle eines Ausbruchs die Erdoberfläche über der Magmakammer einstürzt und sozusagen das Tor zur Hölle öffnet. Außerdem ist die Magmakammer eines Supervulkans um ein vielfaches größer als die eines normalen Vulkans.
Noch verheerender als der Ausbruch eines Supervulkans wäre übrigens ein sogenanntes Trapp-Ereignis, wie es sich vor 250 Millionen Jahren in Sibirien ereignete. Damals stieg eine riesige Magmablase aus dem Erdinneren auf und verwandelte die gesamte Region in einen gigantischen Megavulkan. Damals starben 75 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten sowie 95 Prozent aller Meeresbewohner auf der Erde aus.
SKULL.X - Der Paläo Blog
Gab es schon vor 12.000 Jahren die ersten Krankenhäuser?
Sehen wir bald wieder so aus wie die Europäer der Mittelsteinzeit?
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Indien: Unbekanntes Volk hinterlässt rätselhafte Petroglyphen

EVOLUTION & MEINUNG

Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.
Richard Dawkins

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Das Klima gab der Evolution des Menschen einen kräftigen Schub
PALÄO NEWS
Der Fall Cuvier beweist: Dominante Forscher haben viel zu viel Einfluss
Die ersten Amerikaner haben in Kanada ihre Fußspuren hinterlassen
Um solche Faustkeile herzustellen, brauchte man moderne Hände
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »