HOMO SAPIENS
Button
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton
SKULL.X - Der Paläo Blog

Selbsttest beweist: Ergbutanalysen sind ein schwieriges Geschäft

Selbsttest beweist: Ergbutanalysen sind ein schwieriges Geschäft
Gen-Tests sind aufwändig und kompliziert. Und nicht immer kommen die Forscher zu identischen Resultaten. Vieles ist offenbar Interpretation.
Symbolbild
WER BIN ICH? Wenn Sie die letzten Artikel bei ANTROPUS gelesen haben, dann wird ihnen aufgefallen sein, dass in den letzten Tagen mehrere Studien erschienen sind, die sich mit dem genetischen Stammbaum der ersten Amerikaner beschäftigt haben.
Vergleicht man die Forschungsergebnisse miteinander, dann sind sich die Genetiker in einigen Punkten einig, in anderen vertreten sie unterschiedliche Standpunkte. Was mal wieder beweist, dass Gen-Analysen oft keine eindeutigen Resultate liefern, sondern interpretierbar sind. Und das deckt sich mit einem Selbstversuch, den der amerikanische Wissenschaftsjournalist Rafi Letzter durchgeführt hat.

Wie zuverlässig sind DNA-Analysen?

Wie Rafi Letzter im Wissenschaftsmagazin Live Science berichtet, hat er seine DNA von mehreren kommerziellen Firmen testen lassen, die gegen Bezahlung Erbgut-Stammbäume erstellen. Er schickte 9 identische Gen-Proben unter verschiedenen Fake-Namen an drei Unternehmen. Einmal gab er sich sogar als Frau aus.
Ergebnis dieses Selbstversuchs: 3 DNA-Analysen lieferten definitiv falsche Ergebnisse, 6 enthielten gravierende Abweichungen - selbst dann, wenn es sich um das gleiche Unternehmen handelte.
Für den Populationsgenetiker Mark Stoneking, den Rafi Letzter zu den Resultaten befragt hat, ist das keine Überraschung. Denn für solche Gen-Analysen wird die DNA in Allele aufgespalten. Doch dieser Prozess funktioniert nicht immer perfekt und kann zu unterschiedlichen Resultaten führen. Das liegt meist daran, dass sich die scheinbar identischen Allele auf den Chromosomenpaaren im Detail unterscheiden können.

Eine gesunde Portion Skepsis kann nicht schaden

Nachdem sich Rafi Letzter seine neun DNA-Tests angeschaut hat, schreibt er bei Live Science: "Was habe ich neun Tests später über mich gelernt? Ich bin ein Ashkenazi-Jude. Hauptsächlich. Oder ganz. Der Rest meiner Vorfahren hat wahrscheinlich in Europa gelebt - keiner weiß wo. Und möglicherweise gab es irgendwo in meinem Stammbaum einen Menschen aus dem mittleren Osten oder einen amerikanischen Ureinwohner. Aber wahrscheinlich (fast definitiv) nicht."
Was lernen wir daraus? Vor allem eins: Die Interpretation von DNA scheint kein einfaches Geschäft zu sein. Vieles, was die Genetiker aus dem Erbgut von Menschen herauslesen, ist nicht eindeutig, sondern kann so oder so ausgelegt werden.
Einige bezeichnen das als "Kaffeesatz lesen". Aber das ist zu hart. Dennoch sollte man die Ergebnisse von Gen-Analysen mit einer gesunden Portion Skepsis zur Kenntnis nehmen. Die Wissenschaft ist noch jung und längst nicht alles "funzt" perfekt - obwohl die Genetiker uns das glauben machen wollen.
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
Homo rudolfensis und Paranthropus haben das Gleiche gegessen
Junge Frau aus Schweden starb schon vor 5000 Jahren an der Pest
Welche Menschenart hat diese einfachen Werkzeuge hinterlassen?

EVOLUTION & MEINUNG

Nicht wenige Experten sehen ihre Daseinsberechtigung darin, einen relativ einfachen Sachverhalt unendlich zu komplizieren.
Pierre Trudeau

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Sensationsfund in Algerien. Die Ostafrika Theorie wackelt gewaltig
Deutliche anatomische Unterschiede zwischen Mensch und Neandertaler
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »