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Das Aussterben des Urmenschen Homo erectus bleibt rätselhaft

Das Aussterben des Urmenschen Homo erectus bleibt rätselhaft
Vor 200.000 Jahren verliert sich die Spur des Homo erectus. Auch in Asien starb er aus, obwohl er dort keinen Konkurrenten hatte.
Foto: © Tim Evanson, CC BY-SA 2.0 Lizenz
Dass sich Neandertaler und Homo sapiens begegnet sind, scheint inzwischen bewiesen. Die beiden Menschenarten hatten sogar Sex und haben Kinder gezeugt. Doch wie sieht es mit dem Homo erectus aus, von dem beide abstammen?
Das Aussterben des Homo erectus ist nach wie vor ein Rätsel. Seine Spur verliert sich vor etwa 200.000 Jahren. Während die Populationen von Neandertaler (Europa, Naher Osten) und Homo sapiens (Afrika) größer wurden, scheint der Urmensch, der 1,8 Millionen Jahre lang die Erde beherrschte, sang- und klanglos verschwunden zu sein. Doch wie muss man sich das vorstellen?

Auch ohne Konkurrenz ausgestorben

Folgt man den Anhängern der Replacement-Theorie, dann wurde eine kleine Population des Homo erectus in einer entlegenen Region Ostafrikas von ihren Artgenossen isoliert. Und im Laufe vieler Generationen entwickelten diese Menschen durch Mutation und Selektion neue Merkmale. Der Homo erectus wurde zum Homo sapiens. Und etwas ähnliches muss sich in Europa abgespielt haben, als der Neandertaler entstand.
Dass die beiden neuen Menschenarten beinahe zeitgleich entstanden sind und sich in der Folgezeit so prächtig entwickelt haben, während der Homo erectus ausstarb, lässt vermuten, dass das Klima eine wichtige Rolle gespielt hat. Homo sapiens und Neandertaler kamen offenbar besser damit zurecht. Sie waren fruchtbar und vermehrten sich, während der Homo erectus, der noch an das "alte" Klima angepasst war, schwere Zeiten durchmachte und verschwand.
Das klingt logisch und könnte die Entwicklung in Afrika und Europa erklären. Doch was ist in Asien passiert? Dort gab es weder Neandertaler noch Homo sapiens noch eine andere "moderne" Menschenart, von der wir wissen. Es gab niemanden, der dem Homo erectus Nahrung und Lebensraum hätte streitig machen können. Doch auch dort ist der Urmensch vor etwa 200.000 Jahren ausgestorben.

Sind sich Homo erectus und Homo sapiens in Asien begegnet?

Lange dachte man, dass der Homo erectus in Asien länger überlebt hat. Fossilfunde wie der Solo Man (Indonesien), Penghu 1 (Taiwan) und der Dingcun-Mensch (China) weisen noch typische Homo erectus-Merkmale auf. Und all diesen Funden wurde in den 90er Jahren ein Alter zwischen 40.000 und 15.000 Jahren attestiert. Diese asiatischen Urmenschen sollen erst ausgestorben sein, als der Homo sapiens in ihren Lebensräumen auftauchte.
Neue Datierungen haben dieses Bild vom späten asiatischen Homo erectus, der noch dem modernen Menschen begegnet ist, platzen lassen wie einen maroden Reifen. Alle Funde sind - nach heutigem Wissensstand - deutlich älter als gedacht und fügen sich ins Bild, das man aus Afrika und Europa kennt. Der Homo erectus ist auch in Asien vor 200.000 Jahren ausgestorben - und zwar ganz ohne Zutun einer anderen Menschenart.
Vieles deutet darauf hin, dass der Homo erectus einer dramatischen Klimaveränderung zum Opfer fiel, an die er sich nicht anpassen konnte. Aber das ist natürlich auch falsch. Schließlich haben einige Vertreter von Homo erectus überlebt. Man nennt sie Neandertaler und Homo sapiens.
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Richard Feynman

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