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Nachwuchs-Forscherin Viviane Slon schafft es in die Nature's Ten

Nachwuchs-Forscherin Viviane Slon schafft es in die Nature's Ten
Viviane Slon hat es in die Top Ten der herausragenden Forscher des Jahres 2018 geschafft. Die Liste wird jedes Jahr vom bekannten Fachjournal Nature aufgestellt.
Foto: © MPI für evolutionäre Anthropologie
DIE BESTEN DER BESTEN Sowas nennt man wohl steil Karriere machen. Viviane Slon vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist vom renommierten Wissenschaftsmagazin Nature (gegr. 1869) unter die zehn wichtigsten Forscher des Jahres 2018 gewählt worden. In den berühmten "Nature's Ten" rangiert sie hinter dem Atomforscher Yuan Cao sogar auf Rang zwei.
Die junge französische Postdoktorandin tritt damit in die Fußstapfen ihres berühmten Doktorvaters Svante Pääbo, der bereits zahlreiche Wissenschaftspreise entgegennehmen durfte.

Hybrid aus Neandertaler und Denisova-Mensch entdeckt

Was hat Vivane Slon geleistet? Die junge Paläo-Genetikerin konnte erstmals anhand eines kleinen Knochens aus der berühmte Denisova-Höhle nachweisen, dass sich Neanderter und Denisova-Menschen vermischt und Hybriden-Nachwuchs gezeugt haben. Das Ergebnis war ein 13-jähriges Mädchen, das vor 90.000 lebte und dessen Mutter eine Neandertalerin und dessen Vater ein Denisova-Mensch war.
Außerdem war Viviane Slon an der Entwicklung einer neuen Technik beteiligt, die es möglich macht, menschliche DNA in Höhlensedimenten aufzuspüren und zu analysieren. Dadurch sind die Paläo-Genetiker nun in der Lage, auch ohne seltene Fossilien DNA aus der Steinzeit zu untersuchen.

Glänzende Perspektiven

Professor Israel Hershkovitz von der Universität Tel Aviv, der Viviane Slon bei einigen ihrer Diplomarbeiten (Archäologie, Anthropologie, Anatomie) begleitet hat, lobt die junge Forscherin in den höchsten Tönen und prophezeit ihr eine glänzende Zukunft.
"Slon's Perspektiven sind einzigartig unter ihren Kollegen", schwärmt der renommierte Forscher im Fachmagazin Nature. "Sie wurde nicht in einem sterilen Labor geboren. Wenn sie über Neandertaler spricht, dann sieht sie Neandertaler. Sie sieht ihre Physiologie, ihre Anatomie und nicht nur ihre Gene."
Viviane Slon gibt sich da eher bescheiden. Slon: "Ich freue mich sehr über die Ehrung, die mich motiviert, weiter in dieser Richtung zu forschen."

Nun werden die Angebote kommen

Bislang ist Slon "nur" Postdoktorandin. Das heißt, sie hat zwar ihren Doktortitel in der Tasche, aber noch keinen Lehrstuhl an einer Universität oder einem Forschungszentrum. Doch das dürfte sich bald ändern.
In den Nature's Ten der besten Forscher aufzutauchen, ist eine herausragende Sache. Vor allem die US-amerikanischen Hochschulen "stehen" auf solche Auszeichnungen und werden sich um sie reißen - und das Max Planck Institut in Leipzig wird sich mächtig strecken müssen, wenn es die hochtalentierte Nachwuchsforscherin behalten will.
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Georg Wilhelm Exler

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