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Je weniger Beine man hat, desto effektiver ist der Gang

Je weniger Beine man hat, desto effektiver ist der Gang
Der aufrechte Gang des Menschen ist die effektivste Art, sich fortzubewegen, sagt ein Kölner Zoologe. Lebewesen mit vier oder mehr Beinen haben deutliche Nachteile.
Symbolbild
Nun wissen wir endlich, warum der Mensch den aufrechten Gang auf zwei Beinen entwickelt hat. Es scheint die perfekteste Art der Fortbewegung zu sein. Das hat der Zoologe Dr. Tom Weihmann von der Universität Köln herausgefunden.
Vergessen wir die Savannen-Theorie, die Abkühl-Hypothese und die Wasseraffen-Theorie. Der Mensch geht aufrecht, weil es die mechanisch effektivste Methode ist, sich fortzubewegen. Je weniger Beine ein Lebenwesen hat, desto koordinierter und effizienter ist sein Gang.

Weniger Beine sind deutlich effektiver

Dr. Weihmann hat für seine Studie, die im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht wurde, den Gang von Säugetieren (2 und 4 Beine), Insekten (6 Beine), Spinnen (8 Beine) und Tausendfüßern (bis zu 380 Beine) miteinander verglichen. Und er kommt zu dem Ergebnis, das es kleine zeitliche Verschiebungen in den Koordinationsmustern der Beine gibt, die den Gang negativ beeinflussen. Und je mehr Beine eine Spezies hat, desto größer ist dieser Effekt.
Doch warum gibt es diese "Störungen"? Weil ein Teil der Energie, die man beim Laufen benötigt, in den elastischen Strukturen der Beine zwischengespeichert und später wieder abgerufen wird, sagt Weihmann. Und je mehr Beine ein Lebewesen hat, desto größer ist die ... nun ja, nennen wir es mal Fehlerquote.
Weihmann: "Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese kleinen zeitlichen Verschiebungen den Bewegungsapparat von Tieren mit vielen Beinen wesentlich stärker beeinflussen als bei Lebewesen mit wenigen Beinen."

Warum laufen nicht alle Tiere aufrecht?

Der aufrechte Gang auf zwei Beinen hat also Vorteile. Und Dr. Weihmann vermutet, dass das der Grund war, warum sich fast alle Raubsaurier (z.B. die Raptoren und der T. Rex) aufrecht fortbewegt haben, obwohl sie von vierbeinigen Vorfahren abstammen.
Last but not least, so der Kölner Forscher, könne sein Modell vielleicht sogar dazu beitragen, den aufrechten Gang des Menschen zu erklären. Denn bevor sich vor 7 Millionen Jahren der erste Hominide (Sahelanthropus) auf seine Hinterbeine stellte, liefen die Vorfahren des Menschen auf allen Vieren herum.
Die Studie hat allerdings einen Haken. Sie erklärt nicht, warum sich der aufrechte Gang, wo er doch so vorteilhaft ist, nicht bei allen Gattungen und Spezies durchgesetzt hat. Warum laufen zum Beispiel Gorilla und Schimpanse immer noch auf allen Vieren herum? Warum sind Löwe und Krokodil keine Zweibeiner geworden? Es gibt offenbar noch viel zu erforschen.
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