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Im Erbgut der Bonobos schlummert ein ausgestorbener Schimpanse

Im Erbgut der Bonobos schlummert ein ausgestorbener Schimpanse
Vor 400.000 Jahren gab es noch eine dritte Schimpansen-Art, die sich mit den Vorfahren der heutigen Bonobos vermischt hat.
Symbolbild
Nun haben auch die großen Menschenaffen ihren "Denisova". Wissenschaftler haben im Erbgut heutiger Bonobos genetische Spuren einer ausgestorbenen Schimpansen-Art gefunden. Die Forscher gaben dem bislang unbekannten Vetter des Menschen den vorläufigen Namen "Ghost Species".
Eigentlich wollten Martin Kuhlwilm und seine Kollegen vom Institut für evolutionäre Biologie in Barcelona nur untersuchen, worin sich die beiden Schimpansen-Arten "Gemeiner Schimpanse" (Pan troglodytes) und Bonobo (Pan paniscus) genetisch unterscheiden und wann es zur Aufspaltung in zwei Arten kam. Doch dabei machten sie eine erstaunliche Entdeckung.

Gene einer dritten Schimpansen-Art

Im Erbgut der Bonobos sind die Forscher auf Gen-Sequenzen gestoßen, die von einer bislang unbekannten Schimpansen-Art stammen. Diese Urzeit-Schimpansen sollen vor 400.000 Jahren gelebt haben und dann ausgestorben sein. Doch bevor es dazu kam, muss sich die "Ghost Species" mit den Vorfahren der heutigen Bonobos vermischt haben.
Ob wir jemals mehr über diesen geheimnisvollen dritten Schimpansen erfahren werden, ist fraglich. Die Gene, die man im Erbgut der Bonobos gefunden hat, machen gerade einmal 3 Prozent seiner DNA aus. Nicht genug, um mehr über diesen Menschenaffen herauszufinden. Und Fossilien der geheimnisvollen "Ghost Species" hat man bislang nicht gefunden.

Der Denisova der Schimpansen

Zur Familie der großen Menschenaffen (Hominidae) gehören die Gattungen Orang-Utan, Gorilla, Schimpanse und Mensch. Und bislang dachte man, dass es lediglich zwei Schimpansen-Arten gab - den "Gemeinen Schimpansen" und den Bonobo. Doch wie es aussieht, hatten die beiden vor 400.000 Jahren noch einen Cousin.
Der Fall "Ghost Species" erinnert stark an den sogenannten Denisova-Menschen, der genetische Spuren im Erbgut mehrerer Menschenarten hinterlassen hat (Neandertaler, Homo sapiens, Homo heidelbergensis). Er soll bis vor 40.000 Jahren gelebt haben und ein enger Verwandter der Neandertaler gewesen sein. Allerdings hat man von diesem "Ghost Menschen" immerhin zwei Fußknochen und zwei Backenzähne finden können.
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Foto: © Ramuck
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