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Fußball heißt kämpfen. Das wussten schon die Jäger und Sammler

Fußball heißt kämpfen. Das wussten schon die Jäger und Sammler
Prähistorische Darstellung eines Kampfspiels. Die Wurzeln solcher Sportarten reichen weit zurück. Schon die Jäger und Sammler übten so den echten Kampf.
Foto: © Thomas Aleto, CC BY 2.0 Lizenz
Kampfbetonte Teamspiele wie gerade bei der Fußball WM in Russland haben evolutionäre Wurzeln und waren schon bei archaischen Jäger und Sammler-Kulturen weit verbreitet. Sie dienten dazu, den gemeinsamen Kampf gegen Feinde zu üben.
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Oregon, die nach den Wurzeln solcher Wettbewerbe gesucht haben. Wie Michelle Scalise Sugiyama und ihre Kollegen im Journal "Human Nature" berichten, haben sie Belege dafür gefunden, dass solche Wettkämpfe in 46 von 100 bekannten Jäger-Sammler-Gesellschaften praktiziert wurden.

Dann üben wir mal für den Krieg

Wenn Fußballreportern archaische Sätze wie "Fußball ist ein Kampfspiel" oder "Fußball ist ein Männersport" herausrutschen, dann werden sie häufig dafür kritisiert. Aber im Grunde treffen sie damit den Nagel auf den Kopf. Denn Teamsportarten wie Fußball oder Rugby hatten ursprünglich mal den Sinn, unblutig den bewaffneten Kampf gegen Feinde zu üben.
Es ging um kicken, schlagen, blockieren, ausweichen und Projektile werfen, glaubt Studienleiterin Michelle Scalise Sugiyama, aber auch um Koordination, Strategie und das Vorausberechnen gegnerischer Aktionen. Außerdem konnte man herausfinden, wie einzelne "Spieler" unter Druck agieren und ob man sich in einem echten Kampf auf sie verlassen kann.

Schon kleine Jungen lernten "kämpfen"

"Wir haben solche Kampfspiele in 39 Prozent der von uns untersuchten Jäger und Sammler-Kulturen gefunden. Und in 26 Prozent wurden sie auch von kleinen Jungen gespielt", erklärt Studienleiterin Sugiyama. "Dies lässt vermuten, dass der gemeinsame Kampf schon in der Kindheit geübt wurde."
Sugiyama weiter: "Dass solche Kampfspiele in Jäger und Sammler-Gesellschaften so weit verbreitet waren, lässt darauf schließen, dass sie ein universelles Merkmal der menschlichen Psychologie sind."

Fußball war damals noch nicht so populär

Fußball war bei den Jägern und Sammlern übrigens nicht die Nummer 1. Die meisten archaischen Kampfspiele wurden mit Stöcken ausgetragen, mit denen man auf ein Objekt (nicht selten einen menschlichen Kopf oder einen Schädel) einprügelte. Auf Platz zwei folgten Spielarten, die dem heutigen Rugby ähnlich waren.
Fazit der Forscher: Heutige Teamsportarten wie Fußball oder Rugby waren tatsächlich mal reine Männersportarten. Es ging darum, Jungen und junge Männer auf den blutigen bewaffneten Kampf vorzubereiten und die eigenen Strategien zu verbessern. Und schaut man sich einige "Blutgrätschen" bei der Fußball WM in Russland an (z.B. im Spiel Argentinien gegen Frankreich), dann ist man geneigt, diese Theorie gar nicht so abwegig zu finden.
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Hoimar von Ditfurth

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