Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton

Hat ein Meteorit den Cro Magnon Menschen aussterben lassen?

Hat ein Meteorit den Cro Magnon Menschen aussterben lassen?
Ein gewaltiger Meteorit, der vor 12.000 Jahren in Grönland einschlug, könnte das Ende des Cro Magnon Menschen eingeläutet haben.
Foto: © Natural History Museum of Denmark
EINGELOCHT Das hat ordentlich gerummst. Forscher haben unter dem ewigen Eis in Grönland einen Meteoritenkrater entdeckt. Er hat einen Durchmesser von 31 Kilometern und ist damit größer als Paris. Da muss also ein ordentlicher Kawenzmann eingeschlagen sein. Wahrscheinlich ein mehrere Kilometer großer Eisen-Meteorit.
Weil der Krater ungewöhnlich gut erhalten und kaum erodiert ist, glaubt Studienleiter Kurt H. Kjaer vom Naturkundemuseum Dänemark: "Möglicherweise entstand er erst vor 12.000 Jahren, also gegen Ende der letzten Kaltzeit."

Was wurde aus dem Cro Magnon Menschen?

Welche Auswirkungen der Einschlag auf das damalige Klima hatte, ist noch unklar und soll nun erforscht werden. Aber die Folgen dürften gravierend gewesen sein. Wahrscheinlich verdunkelte sich der Himmel für Monate oder gar Jahre und es kam zu einem drastischen Temperatursturz.
Der neu entdeckte Meteoritenkrater könnte auch für die Anthropologen von Bedeutung sein. Denn vor 10.000 Jahren verliert sich die Spur des sogenannten Cro Magnon Menschen. Dabei handelte es sich um eine Gruppe von Jägern und Sammlern, die Europa vor etwa 40.000 Jahren besiedelt hatte und deren Population vor 12.000 Jahren stark abnahm.

Frühe Europäer der Eiszeit

Die Cro Magnon Menschen, das belegen zahlreiche Fossilfunde, waren zweifelsfrei Homo sapiens, allerdings weisen viele Fossilien noch ursprüngliche Merkmale auf und es gibt auch einige anatomische Besonderheiten, die den Cro Magnon Menschen vom anatomisch modernen Menschen, wie wir ihn heute kennen, unterscheiden.
Der Schädel Cro-Magnon 1 zum Beispiel, den man bereits 1868 in Frankreich gefunden hat und dessen Besitzer vor 30.000 Jahren lebte, hat ein Hirnvolumen von 1600 ccm. Das sind 200 ccm mehr, als ein heutiger Mensch vorzuweisen hat. Außerdem waren die Cro Magnons wahrscheinlich noch dunkelhäutig. Das haben Gen-Analysen ergeben.

Vor 10.000 Jahren verliert sich ihre Spur

Vor etwa 12.000 Jahren nahm die Population der Cro Magnon Menschen stark ab und vor 10.000 Jahren verliert sich die Spur ihrer Jäger und Sammler-Kultur. Bislang erklärte man sich das damit, dass die Eiszeit ein letztes Mal beinhart zuschlug und noch einmal ein Kältemaximum erreichte. Es gab fast keine Nahrung mehr und die Cro Magnon Menschen starben aus. Europa war für rund tausend Jahre entvölkert.
Das änderte sich erst wieder, als vor 9000 Jahren über die Balkan-Route neue Homo sapiens-Populationen aus dem Vorderen Orient einwanderten. Allerdings waren das keine Jäger und Sammler mehr, sondern Bauernvölker, die Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Ein zuverlässige Datierung steht noch aus

Sollte der Meteorit tatsächlich vor 12.000 Jahren in Grönland eingeschlagen sein, dann könnte das erklären, warum die Cro Magnon Menschen in so kurzer Zeit verschwunden sind. Denn die Theorie von der letzten maximalen Kältewelle steht auf wackeligen Beinen. Schließlich haben die Cro Magnons 30.000 Jahre Eiszeit und so manches Kältemaximum überstanden - und die Neandertaler überlebt.
Haben die Cro Magnon Menschen das Schicksal der Dinosaurier geteilt? Sind sie durch einen gewaltigen Meteroriten-Einschlag ausgestorben? Der Fund aus Grönland könnte ihr Verschwinden erklären. Allerdings müssen Kurt H. Kjaer und seine Kollegen vom Naturkundemuseum Dänemark erst einmal zuverlässig und präzise bestimmen, wie alt der Einschlagkrater in Grönland tatsächlich ist.
Die Jäger der Eiszeit haben Mammuts mit ihren Wurfspeeren erlegt
Der Sockel der ältesten Pyramide der Welt könnte 28.000 Jahre alt sein
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Fit für die Arktis: Denisova Gene haben Inuit winterfest gemacht

EVOLUTION & MEINUNG

Es besteht eine konstante Tendenz allen beseelten Lebens, sich so weit zu vermehren, dass die verfügbare Nahrung nicht ausreicht.
Charles Darwin

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Hybriden: (Un)Heimliche Begegnung mit einer vierten Menschenart
PALÄO NEWS
Ein Teil des illegalen Elfenbeins stammt von sibirischen Mammuts
Früher Vorfahre des Menschen oder nur ein kleiner Gigantopithecus?
Sensationsfund in Algerien. Die Ostafrika Theorie wackelt gewaltig
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »