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Gab es in der Steinzeit Frühstück? Und wie lange hat man geschlafen?

Gab es in der Steinzeit Frühstück? Und wie lange hat man geschlafen?
Wie sah der Alltag von Neandertalern und frühen modernen Menschen aus? Haben sie acht Stunden geschlafen und dann gefrühstückt?
Foto: © Andy Maano, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Fossilien und Werkzeugfunde haben uns viel über das Leben von Neandertalern und frühen modernen Menschen verraten. Zum Beispiel, dass sie Jäger und Sammler waren und als Nomaden durchs Land zogen, dass sie sich überwiegend von Fleisch ernährt haben und dass sie in ihrer "Freizeit" kleine Statuen hergestellt und Höhlen bemalt haben. Doch wie sah ihr Alltag aus?
Haben Neandertaler und Homo sapiens dreimal am Tag gegessen wie wir? Kannten sie ein Frühstück? Und haben sie genauso lange und zu den gleichen Zeiten geschlafen wie heutige Menschen? Darüber gibt es so gut wie keine Erkenntnisse. Aber der "Lifestyle" heute noch existierender Naturvölker und unsere nächsten Verwandten, die großen Menschenaffen, geben uns Hinweise.

55 verschiedene essbare Tiere

Fangen wir mal mit dem Essen an. Die Speisekarte früher Menschenformen orientierte sich am Nahrungsangebot. Wenn Wild vorhanden war, dann stand Wild auf der Speisekarte und sonst nichts. Kam man ohne Beute nach Hause, dann gab es Nüsse (das Getreide der Steinzeit) und Beeren. Sozusagen die Notration. Wenn Menschen am Meer lebten, aßen sie auch Meeresfrüchte und Fisch. Aber das war eher die Ausnahme.
Wenns ums Fleisch ging, waren unsere Vorfahren nicht wählerisch. Die afrikanischen San zum Beispiel, eines der ursprünglichsten Völker, die es heute noch gibt, kennen 55 essbare Tiere. Die Palette reicht von der Termite bis zum Reptil. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.

Frühstück? Was soll das denn sein?

Wie oft haben Urmenschen gegessen? Wahrscheinlich nur einmal am Tag. Das Frühstück ließen sie aus. Wenn sie Beute gemacht hatten, dann kehrten sie umgehend in ihr Lager zurück, rösteten das Fleisch am Lagerfeuer und schlugen sich die Bäuche voll. Und dieses Essen war mehr als nur Nahrungsaufnahme, sondern hatte wahrscheinlich den Charakter einer Familien-Party. Es war das soziale Highlight des Tages.
Ob Neandertaler und früher Homo sapiens in der Lage waren, sich Vorräte für Notzeiten anzulegen, ist umstritten. Von den heutigen San weiß man, dass sie Straußeneier vergraben, um einen Snack für den Notfall zu haben. Und in Nordamerika haben Forscher ein Stück Mammutfleisch gefunden, dass möglicherweise vergraben wurde, um es in einer salzigen Lake haltbar zu machen. Aber diese Interpretation ist umstritten.

Wie lange haben die Urmenschen geschlafen?

Und wie sah es mit dem Schlaf aus? Wann und wie lange haben Neandertaler und früher Homo sapiens geschlafen? Neun bis zwölf Stunden wie die großen Menschenaffen? Sechs bis acht Stunden wie heutige Menschen? Oder nur 4 Stunden wie angeblich Napoleon?
Auch hier hilft nur ein Blick auf die sogenannten Naturvölker, die bis zum Auftauchen der Europäer als Jäger und Sammler gelebt haben. Es gibt zwei Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Eine stammt von Wissenschaftlern der Universität New Mexico, die andere von Schlafforschern der Universität of California. Und beide kommen zum gleichen Ergebnis.

Der Schlaf orientiert sich an der Temperatur

Naturvölker wie die San in Afrika und die Tsimane in Südamerika schlafen im Schnitt nur 6,4 Stunden - allerdings im Winter eine Stunde länger und im Sommer eine Stunde weniger. Und sie orientieren sich dabei nicht am Tageslicht, sondern an der Temperatur.
In der Regel betten sich San und Tsimane erst drei Stunden nach Sonnenuntergang zur Nachtruhe. Sie warten, bis es kühler geworden ist. Und sie stehen noch vor Sonnenaufgang wieder auf, um die morgendliche Kühle für diverse Aktivitäten zu nutzen. Carpe frigus, würde der Lateiner wohl sagen.
Studienleiter Jerome Siegel: "Trotz unterschiedlicher Genetik und Umgebung weisen alle Gruppen eine ähnliche Schlaf-Organisation auf. Und das lässt vermuten, dass es sich um ein typisch menschliches Schlafmuster handelt, das wahrscheinlich auch charakteristisch für den frühen Homo sapiens war."
Last but not least: Weder freilebende Schimpansen noch San oder Tsimane halten ein Mittagsschläfchen. Sie haben offenbar Besseres zu tun, als den Tag zu verpennen. Und man darf annehmen, dass es die Neandertaler und unsere frühen Vorfahren ähnlich hielten.
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EVOLUTION & MEINUNG

Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen, wo es schwierig genug ist, in Chinatown zurechtzukommen.
Woody Allen

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