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Der Cro-Magnon-Mensch war deutlich größer als der Neandertaler

Der Cro-Magnon-Mensch war deutlich größer als der Neandertaler
Spanische Forscher der Universität Burgos haben anhand von Fossilien die Körpergröße früher Menschenarten berechnet.
Foto: © SINC
Wie groß wurden eigentlich frühe Menschenformen? Spanische Forscher der Universität Burgos haben versucht, das anhand menschlicher Fossilien zu rekonstruieren.
Für ihre Studie analysierte das Team um Jose Miguel Carretero Diaz die fossilen Überreste von 27 Menschen, die in der Zeit vor 500.000 bis 30.000 Jahren in Europa gelebt haben - darunter Homo heidelbergensis (später Homo erectus), Neandertaler und Cro Magnon Mensch (Homo sapiens).

Die Neandertaler waren am kleinsten

Der europäische Homo erectus, den man auch als Homo heidelbergensis bezeichnet, wurde im Schnitt etwa 1,65 Meter groß, so die spanischen Forscher.
Etwas kleiner, knapp 1,60 Meter, wurde der Neandertaler. Viele Forscher deuten das als evolutionäre Anpassung an das kalte Klima der Eiszeit, denn kleine gedrungene Körper verlieren weniger Körperwärme.
Deutlich größer waren die sogenannten Cro Magnon Menschen, die vor etwa 30.000 Jahren Europa besiedelten. Dieser Homo sapiens brachte es im Schnitt auf 1,80 Meter.

Große individuelle Unterschiede

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass alle frühen Menschenformen relativ klein waren. Das änderte sich erst mit der Entstehung des modernen Menschen Homo sapiens vor 200.000 Jahren. Warum diese neue Menschenart deutlich größer wurde als ihre Vorfahren, ist noch nicht geklärt.
Allerdings betonen die Forscher, dass es in allen Populationen Ausreißer nach oben und nach unten gab. Aber das ist keine Überraschung. Schließlich gibt es auch heute noch Pygmäen und Basketball-Profis.
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EVOLUTION & MEINUNG

Der Nachweis der Evolution ist nach wie vor erstaunlich lückenhaft. Ironischerweise haben wir im Hinblick auf evolutionäre Zwischenstufen heute sogar weniger vorzuweisen als zu Darwins Zeiten.
David M. Raup

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