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Am Anfang war das Feuer. Doch wer hat es gelegt? Wir wissen es nicht

Am Anfang war das Feuer. Doch wer hat es gelegt? Wir wissen es nicht
Feuer zu machen, war eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Doch bis heute ist unklar, wann die erste Feuerstelle angelegt wurde.
Symbolbild
Seit wann beherrscht der Mensch das Feuer? Die Meinungen der Forscher gehen in dieser Frage weit auseinander. Denn es ist nicht so leicht, Brandspuren auf Gestein, die von Buschfeuern stammen, von menschlichen Feuerstellen zu unterscheiden.
Einige Wissenschaftler sagen, dass man anhand der im Gestein messbaren Brenntemperatur festlegen kann, ob es sich um ein natürliches Feuer handelte oder um eine menschliche Feuerstelle. Denn die Temperatur in einer künstlich angelegten Feuerstelle ist höher. Andere Forscher halten dagegen, dass die hohen Brenntemperaturen auch durch natürliche Gesteinsformationen oder durch verkohlte Holzringe aufgetreten sein können.

Frühe Feuernutzung ist umstritten

Zu Beginn der anthropologischen Forschung dachte man, dass der Mensch schon sehr früh gelernt hatte, das Feuer zu kontrollieren und zu nutzen. Als Belege dafür dienten bis zu 1,7 Millionen Jahre alte "Feuerstellen" in Kenia, Südafrika und China. Dahinter stand der Gedanke, dass der Mensch das Feuer beherrscht haben musste, um sich nach Asien und Europa auszubreiten. Denn Feuer sorgte für Wärme in kalten Nächten, bot Schutz vor Raubtieren und erlaubte es, Nahrung zu garen und haltbar zu machen.
Heute gibt es nur noch wenige Forscher, die an dieser Theorie festhalten. Dafür sorgte vor allem eine Studie, die im Jahr 2012 veröffentlicht wurde. Paläoanthropologen der Universität Colorado und der Universität Leiden haben 141 Fundorte in Europa auf Spuren von gezielt eingesetztem Feuer untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass der "systematische Gebrauch von Feuer" nur 400.000 Jahre alt ist.
Dem widersprechen allerdings Forscher der Universität Boston, die in einer südafrikanischen Höhle eine Feuerstelle entdeckt haben wollen, die etwa 900.000 Jahre alt ist. Dort fanden sie nicht nur "angekokeltes" Gestein, sondern auch verbrannte Knochen und pflanzliche Aschereste. Allerdings ist auch dieser Fund - sie ahnen es - umstritten.

Es war wohl der späte Homo erectus

Wann hat der Mensch gelernt, Feuer zu machen und zu nutzen? Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht so genau. Nimmt man den aktuellen Forschungsstand, dann geschah das in der Zeit vor 900.000 bis 400.000 Jahren - also zu Zeiten des späten Homo erectus. Daher darf man annehmen, dass sowohl die Neandertaler als auch der frühe Homo sapiens das Feuer beherrscht haben.
Wie haben die Menschen damals Feuer gemacht? Durch Reibung. Wahrscheinlich fiel einem cleveren Vertreter von Homo erectus bei der Bearbeitung von Holz auf, dass glühende Asche entsteht, wenn man zwei Hölzer stark aneinander reibt. Und wenn man diese Glut in ein sogenanntes "Zundernest" steckt, entsteht eine Flamme. Und es ward Feuer.
Das Feuermachen durch Funkenschlagen (Feuerstein, Pyrit und Zunderschwamm) ist eine relativ junge Erfindung. Der älteste Nachweis für diese Technik ist nur 32.000 Jahre alt. Es scheint sich also im eine exklusive Erfindung des modernen Menschen Homo sapiens zu handeln.
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