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Schon vor 48.000 Jahren lebten in den  Wüsten Australiens erste Aborigines
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Schon vor 48.000 Jahren lebten in den Wüsten Australiens erste Aborigines

Ein australisches Forscherteam unter der Leitung von Jo McDonald und Peter Veth hat an der bekannten archäologischen Fundstätte Karnatukul (auch Serpent’s Glen) noch einmal Nachgrabungen durchgeführt und ist dabei auf neue Werkzeugartefakte gestoßen, die belegen, dass die Wüsten des australischen Kontinents schon vor 47.830 Jahren bewohnt waren.
Die Funde waren nicht nur erstaunlich alt, sondern auch erstaunlich innovativ, so die Forscher. So ist man auf einen spitz zulaufenden Mikrolithen gestoßen, der wahrscheinlich als Speerspitze diente und mit einer Technik hergestellt wurde, die man bislang nur aus der Zeit vor 35.000 Jahren kannte. Außerdem gibt es Hinweise, dass diese frühen australischen Aborigines bereits mit Klebstoff gearbeitet haben.

Früher Umzug in die australische Wüste

Karnatukul befindet sich in einer Wüstenregion im Nordwesten Australiens - eine extrem heiße und unwirtliche Gegend. Und wie es aussieht, hat sich der Homo sapiens, kurz nachdem er von Asien aus Nordaustralien erreicht hatte, unverzüglich ins Landesinnere ausgebreitet. Und zwar in eine Region, in der es nur wenig Wasser und Nahrung gab. Das Meer, so die Forscher, war damals 1000 Kilometer weit entfernt.
Was die ersten Aborigines dazu brachte, sich in dieser lebensfeindlichen Region anzusiedeln, ist bis heute rätselhaft. Fest steht nur, dass dort bis vor etwa 20.000 Jahren Menschen gelebt haben. Danach bricht die Besiedlungsgeschichte ab.
Ein Grund dafür könnte die Eiszeit gewesen sein, die damals ihren Höhepunkt erreichte. Da viel Wasser in den sich ausbreitenden Gletschern gebunden war, könnte es immer seltener geregnet haben. Die Ur-Aborigines mussten sich einen neuen Lebensraum suchen - oder starben aus.

Warum ausgerechnet ein Leben in der Wüste?

Rund 20 Prozent Australiens sind Wüstengebiet. Und bis heute fragen sich die Forscher, warum so viele der rund 500 Aborigines-Stämme in den lebensfeindlichen Wüsten gelebt haben, wo es doch entlang der Küsten fruchtbare Gebiete gab, in denen es sich viel angenehmer leben ließ.
Einen möglichen Hinweis darauf liefern genetische Studien. Vieles deutet darauf hin, dass Australien in mehreren Wellen besiedelt wurde. Und vielleicht war mit den Neuankömmlingen aus dem Norden nicht gut Kirschen essen, so dass sich die Vertreter ursprünglicherer Migrationswellen ins Landesinnere zurückzogen, um Konflikten aus dem Wege zu gehen.

Rückzugsgebiet Wüste

Ganz ähnlich verhielten sich die Aborigines übrigens, als die ersten Europäer in Australien auftauchten. Sie zogen sich ins Landesinnere zurück. Noch im Jahr 1984 hat man in der Gibsonwüste einen kleinen Stamm entdeckt, dessen neun Mitglieder noch nie einen Weißen gesehen hatten.
Genutzt hat diese Rückzugsstrategie den Ureinwohnern Australiens nichts. Ihre Populationsgröße sank von etwa 500.000 im 18. Jahrhundert auf 60.000 im Jahr 1920. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt. In Australien leben wieder 450.000 Aborigines. Doch die meisten haben ihre ursprüngliche Lebensweise aufgegeben und sich der westlichen Kultur angepasst.
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Christian Morgenstern

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